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Jülichs JUGENE läuft
Von Tobias Topyla in der Kategorie "Wirtschaft - Deutschland" am 13.11.2007 veröffentlicht.

Der schnellste Rechner Europas und weltweit die Nummer zwei: das ist JUGENE. Hierbei ist JUGENE eine ausnahmslos...

...große Besonderheit. Nicht das 167,3 TFlops außerordentlich zu beeindrucken wüssten, schließlich ist die Nummer drei (SGI Altix ICE 8200, USA) auf der Liste mit 126,9 TFlops nur "einige" überschaubare Billionen Rechenschritte pro Sekunde langsamer. Wirklich interessant ist die Tatsache, dass der am Forschungszentrum Jülich (kurz: FZJ) betriebene Rechner in privater Hand ist. Das FZJ ist eine GmbH und gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und arbeitet somit als Wissenschaftsorganisation Hand in Hand mit der privaten Wirtschaft um wertvolle Forschungserkenntnisse in die Praxis einfließen zu lassen. In dieser Kombination eher ein Novum unter den Spitzenreitern der TOP500.

Nachdem die Nobelstiftung Anfang Oktober diesen Jahres bekannt gegeben hat, dass der Physik-Nobelpreis an den Jülicher Akademiker Grünberg geht, war klar - das dieses Jahr ein gutes Jahr für das FZJ wird. Schließlich stand JUGENE zu diesem Zeitpunkt bereits in den Startlöchern. Mit dem JUGENE verfügt das FZJ somit über einen weiteren BlueGene-Aufbau von IBM. Mit dem Supercomputer JUBL schob sich das FZJ bereits im letzten Jahr auf Platz 6. Noch schneller als JUGENE ist nur der Militärcomputer Blue Gene/L am LLNL (Lawrence Livermore National Laboratory) in den Vereinigten Staaten mit unglaublichen 478,2 TFlops. Die Kernforschungsanlage in Jülich und deren Teilchenbeschleuniger (Spitzname COSY) erzeugen mitunter so viele Messdaten, dass selbst jene mehr als 65.000 IBM Power-PC-Prozessoren des JUGENE (Clustertyp Blue Gene/P) gut ins Schwitzen kommen.



JUGENE ist hierbei aber kein Monstrum. Das FZJ gibt an nicht wesentlich mehr Platz zu benötigen als es 16 Telefonzellen tun würden. Zusammen mit dem noch älteren IBM p690-Cluster (Spitzname JUMP), der seit drei Jahren in Betrieb ist, hat das FZJ laut eigenen Angaben im Moment drei große Rechner in Betrieb, die für jeden wissenschaftlichen Simulationsaufbau das passende Werkzeug zur Verfügung stellen. Am FZJ rechnen im Moment rund 200 europäische Forschungsgruppen aus allen Bereichen. Angefangen bei der Teilchenphysik ist bis hin zur Materialwissenschaft, Medizin und Umweltforschung viel Rechenzeit verfügbar. Ein unabhängiges Gremium teilt den attraktivsten Anträgen Rechenzeit auf den einzelnen Maschinen zu.

Martin Jetter, Vorsitzender der Geschäftsführung von IBM Deutschland, gab in der FZJ-Pressemeldung an, dass das Engagement des FZJ im Bereich Supercomputing sich für die Spitzenforschung in Deutschland in vielfacher Weise auszahlen würde - "Jülich und die mitfinanzierenden Träger der öffentlichen Hand setzen dabei ein wichtiges Zeichen für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland [...]". So wundert es uns auch nicht, dass sich das FZJ im Moment auf der Supercomputing-Konferenz (SC07) in Reno, USA als "Jülich Supercomputer Centre" mit wahrhaftem Stolz präsentiert.



 

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