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Von Tobias Topyla am 21.05.2004 veröffentlicht.
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Intro
Die Entscheidung ist gefallen, eine 12 Volt Pumpe soll Euren Wasserkühlkreislauf antreiben, aber welche? Die Auswahl ist unserer Meinung nach beschränkt. Es gibt zur Zeit jedoch nur zwei richtige Premium-Produkte auf dem Markt: Die Innovatek HPPS und die Aqua-Computer Aquastream. Mit 67,90 Euro für die HPPS und 74,99 Euro für die Aquastream, sind beide preislich ganz oben angesiedelt. Der gewöhnliche Nutzer, der einfach nur eine Pumpe für seinen Wasserkühlkreislauf haben möchte, fragt sich daher zu Recht: Was rechtfertigt diesen doch sehr hohen Preisaufschlag im Gegensatz zu einer üblichen EHEIM 1046? In unserem letzen Report, der sich auch mit dem Thema der Wasserkühlung beschäftigt hat, genauer gesagt in Sachen: "Günstige Pumpen im Vergleich", haben wir diese Frage für 220 Volt Pumpen im Low-Cost-Sektor bereits geklärt. Mal sehen, was sich zu den oben erwähnten 12 Volt Pumpen sagen lässt - viel Spaß beim lesen!
Details
Wer braucht eigentlich eine 12 Volt Pumpe? Wir sind der Meinung, dass eigentlich jeder in Frage kommt, der daran interessiert ist, dass die Pumpe nur dann arbeitet, wenn auch der Computer arbeitet. Mal eben die Pumpe "vergessen" einzuschalten, ist somit nicht mehr drin. Eine 12 Volt Pumpe läuft genau deshalb mit 12 Volt, damit sie einfacher in den Stromkreis eines Computer-Schaltnetzteils integriert werden kann. Genauer: Sie wird direkt und zur Laufzeit ohne Eingriff des Benutzers betrieben. Das Schaltnetzteil liefert bekanntlich intern u.A. diese Spannung. Der daraus resultierende Vorteil ist, dass sich die Pumpe mit jedem hoch- bzw. herunterfahren von selbst an- bzw. ausschaltet. Findige Bastler aus der Szene haben das Problem bereits sehr früh erkannt und entsprechende 220 / 12 Volt Relais-Schaltungen entwickelt. Diese bestanden aus simplen und vor allem günstigen Bauteilen aus dem Conrad bzw. Reichelt Elektronik-Katalog und lösten das Problem auf einen Schlag. Begann der Computer nach dem Einschalten die 12 Volt Schiene mit Energie zu versorgen, so schaltete das daran angeschlossene Relais die 220 Volt Leitung für die Pumpe frei. Voilà, man hatte in dem Sinne kein Problem mehr.
Bild: "strippenstrolch.de" - Mit 12 Volt einen 220 Volt Stromkreis steuern - so einfach geht es.
Verunsicherte Neulinge hatten aber nach wie vor ein Problem damit, ein 220 Volt Gerät in ihrem Computer laufen zu lassen, vor allem wenn noch Wasser im Spiel war. Das eigene Leben hatte verständlicherweise einfach höhere Priorität. Im Grunde genommen ist diese Angst aber völlig unbegründet, sofern man bei der Installation alles richtig gemacht hat. Solche Vorurteile aus den Köpfen zu räumen ist jedoch fast unmöglich. Mama hatte schließlich in der Kindheit ewig gepredigt, dass Wasser und Strom (vor allem 220 Volt) nicht zusammen gehören. Die Wasserkühlung blieb dadurch nach wie vor ein Spielzeug für "Freaks". Große Hersteller, die vom Verkauf ihrer Ware leben, erkannten das Problem und setzen sich mit dem renommierten Pumpen-Hersteller "EHEIM" zusammen um dieses Problem in Angriff zu nehmen. EHEIM hatte sich zu dieser Zeit bereits in der Szene durchgesetzt. Die Pumpen waren als "Dauerläufer" bekannt und erfreuten sich höchster Beliebtheit. Vor allem das Modell 1046, welches wir Euch u.A. im letzten Report vorgestellt hatten - ist als "der Verkaufsschlager" zu bezeichnen. Kaum eine andere Pumpe wird so oft verwendet wie diese.
Auf Basis dieser Pumpe wurde eine erste Version in Zusammenarbeit mit dem Ingolstädter Unternehmen Innovatek entwickelt. Dieses Gerät wandelte die 12 Volt Eingangsspannung in die für die Pumpe benötigten 220 Volt um. Keine optimale Lösung wie sich später herausstellen sollte. Die Pumpe war, trotz dessen, dass es mehr oder weniger ein EHEIM-Produkt war, dann doch Fehleranfällig. Sie verrichtete zwar ihren Dienst für den Nutzer zufriedenstellend, neigte jedoch dazu auch mal nicht anzuspringen, sofern beim Start keine Spannungsspitze vorlag. In einem Wasserkreislauf wie einem Aquarium überhaupt kein Problem, in einem Computer, wo jedoch Wasser schnell an einem Kühlkörper vorbei bewegt werden muss, ist das ein Todesurteil für Prozessor und sonstige mit entsprechenden Kühlkörpern versehenen Bauteile. Kritische Anwender konnten nun aber mit einer ungefährlich wirkenden 12 Volt Pumpe an die neuen Möglichkeiten der Prozessorkühlung heran gelockt werden. Unbestritten bleibt, dass Innovatek mit der damals modifizierten EHEIM-Pumpe ein großer Schritt in die richtige Richtung gelungen war, trotz der mehr oder weniger großen Rücklaufquote in der ersten Revision. Die Pumpen hatte sich nämlich gerne von selbst zersetzt, da die Spannungswandler-Schaltung nämlich keinerlei Sicherungen für einen möglichen Zwischenfall besaß. Das Gerät war aus gutem Grund nicht TÜV geprüft - mehrere geprüfte Elektronik-Spezialisten versicherten, dass die Schaltung fehlerhaft war! Gehörte man zu der Gruppe der betroffenen Anwender, so konnte die Pumpe nach entfernen der defekten Innovatek-Schaltung wenigstens als normale 220 Volt Pumpe betrieben werden. Die mittlerweile von Innovatek erhältlichen "Aufrüst-Kits" für die 220 Volt EHEIM 1046-Pumpe, ist Fehlerbereinigt und bietet eine durchaus sinnvolle Alternative zur einer neuen 12 Volt Pumpe, sofern man eine EHEIM 1046 bereits sein eigen nennt. Aqua-Computer machte es wenige Monte später nach, lies sich jedoch mehr Zeit für die Entwicklung und konnte erstmals eine Neuheit präsentieren. Man entwickelte in enger Zusammenarbeit mit EHEIM eine neue Pumpe. Die neue Pumpe sollte komplett ohne höhere Spannungen arbeiten und somit eine reine mit 12 Volt betriebene Pumpe sein. Die Ansteuerungselektronik sollte jedoch extern angebracht werden, so dass eine Verwendung als Tauchpumpe nach wie vor möglich sein sollte. Dies war mit Innovateks 12 Volt "Spezialversion" nämlich seinerzeit nicht möglich gewesen, da die Elektronik praktisch offen im Gehäuse lag, lediglich von einem undichten Kunststoff-Gehäuse umschlossen.
Bild: "innovatek.de" - Das 12 Volt Upgrade-Kit für eine EHEIM 1046 (220 Volt) - Mittlerweile durchweg Funktionsfähig.
Innovatek war jedoch darauf bedacht, die durch das vorherige Gerät eingefahrene Kritik hinter sich zu lassen und sich mit einem neuen Gerät nochmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. So kommt nun mit der HPPS (High-Power-Pump-System) ihre zweite Pumpe auf Basis der EHEIM 1046 auf den Markt. Diese arbeitet rein auf Basis von 12 Volt und ist kein "Transformator-Blender", wie es der Vorgänger zuvor war. Der Kampf der ungleichen Brüder, können wir nun also starten lassen. Welche Pumpe ist die bessere EHEIM 1046-Modifikation? Dies soll auf Basis unserer Berichterstattung herausgefunden werden. Los geht es! Die Kandidaten sind also bekannt - hier eine von uns erstelle Vergleichstabelle mit den bekannten Leistungsdaten:
Bild: Die Kandidaten im Überblick - zur ganz rechten "OASE" kommen wir im Nachtrag zu sprechen.
Das Aufeinandertreffen
Auf den ersten Blick ist das Innenleben bis auf die Farbe der Schaufelräder gleich. Beide Pumpen besitzen eine hochwertige Keramikachse samt Lager aus dem gleichen Material. Dadurch ist größtmögliche Verschleißfreiheit gewährleistet. Erstaunlicherweise fanden wir bei der Aquastream den sog. "EHEIM-Bug" in einer seltsamen Version vor. Das Schaufelrad, sitzt nicht 100 Prozentig auf der Dauermagnet-Einheit und lässt sich nach links sowie rechts ein stückweit hin und her schwenken. Anfangs vermuteten wir einen seltsam gefixten Bug oder den EHEIM-Bug in einer anderen Version. Wir kennen den EHEIM-Bug nämlich in der Variante, dass sich das Schaufelrad komplett von der Dauermagnet-Einheit lösen lässt - hier ist dies aber nicht möglich. Seltsamerweise jedoch der erwähnte Schwenk nach allen Seiten. Ein Schuss Sekundenkleber beseitigt jedenfalls das Ganze für immer, ist jedoch erst dann nötig, wenn die Pumpe anfängt Geräusche zu machen. Dies passiert dann, wenn sich nach längerer Betriebszeit das Schaufelrad komplett von der Dauermagnet-Einheit löst - bisher war es nach gut einem Monat Laufzeit bei uns noch nicht nötig. Dies ist zumindest ein allgemeines Problem bei allen EHEIM-Pumpen. Die Innovatek-Version war erfreulicherweise bereits gefixt und verdient an dieser Stelle ein besonderes Lob. Im Nachhinein stellte es sich heraus, dass das zum Teil bewegliche Flügelrad bei der Aquastream kein Bug sondern ein Feature ist! Das Flügelrad ist zum Teil gegenüber dem Magneten drehbar um einen Anlauf der Pumpe im toten Punkt sichertzustellen. EHEIM-Pumpem haben, laut Aqua-Computer, nur eine einzige Spule die durch den Wechselstrom umgepolt wird. Befindet sich nun der Drehwinkel des Magneten genau auf der 90 ° Position, dann wirkt beim Einschalten der Pumpe keinerlei Kraft auf den Magneten und die Pumpe würde ggf. nicht anlaufen. Durch das drehbare Flügelrad wird das Anlaufen des Magneten erheblich erleichtert, da das Pumpmedium im ersten Dreh-Moment nicht mitbewegt werden muss. Eine Schande hier von einem Bug zu sprechen!
Grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Pumpen ergeben sich also hauptsächlich in der verwendeten Ansteuerungselektronik. Bei der HPPS liegt diese, wie bereits erwähnt, direkt in der Pumpe selbst. Leider in der jetzigen Version so, dass eine Verwendung als Tauchpumpe auf keinen Fall möglich ist. Es sei denn man verlängert das Kabel zwischen Pumpe und Elektronik, isoliert es anschließend richtig, dann ist eine Verwendung als Tauchpumpe ebenso möglich. Bei der Aquastream ist dies nicht nötig, wer jedoch keinen freien 3,5"-Schacht hat und auf keinen Fall auf eines seiner 3,5"-Geräte verzichten will - für den kommt die Aquastream ebenso wenig in Frage, es sei denn man findet in seinem Gehäuse einen sicheren Platz für die offen liegende Platine an der Rückseite der 3,5"-Blende.
Beim öffnen des Pumpengehäuses der HPPS erlebten wir jedoch eine kleine Überraschung. Auf der Rückseite der kleinen Platine fand sich eine Tabelle, die verschiedene Jumper-Zustände für Takt-Einstellungen der Pumpe beschreibt. Eine Recherche brachte zu Tage, dass Innovatek doch tatsächlich sozusagen eine Overclocking-Möglichkeit für seine HPPS anbietet. Leider war das seitens Innovatek nirgend Dokumentiert. Einzig "TechCluster.at" hatte sich der Sache genauer angenommen und die einzelnen Jumper-Zustände überprüft und entsprechend gemessen. Dabei hat sich gezeigt, dass die HPPS in der Standard-Einstellung gerade auf einen maximalen Verbrauch von 3,5 Watt kommt. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass Aqua-Computer hier für eine ähnliche Pump-Leistung 2/3 mehr an Energie benötigt. Bei Bedarf kann die Leistung darüber hinaus von 60 auf 72 Hz geprügelt werden, wer also in Zukunft seinen Wasserkühlkreislauf ausbauen möchte, der hat, sofern er sich für die HPPS entschieden hat, noch Reservern übrig, die sogar die einer EHEIM 1048 übersteigen! Ein unter Umständen unschätzbarer Vorteil, wenn sich die Pumpe von der Leistung her frei skalieren lässt. Laut Aqua-Computer, lassen sich alle neueren Aquastream-Platinen ebenfalls einer Leistungssteigerung unterziehen. Dabei kann durch eine simple Jumper-Stellung, bei der HPPS muss hier gelötet werden, die Frequenz von 47 auf 56 Hz erhöht werden. Mehr soll, laut Aqua-Computer, erst durch die in naher Zukunft im Shop erhältlichen "PC Adapter" oder das "Aquaero" möglich sein. Da diese auf keinen Fall umsonst zu haben sein werden, geben wir, was das angeht - Innovatek den Vorzug in der Kategorie "Overclocking" für die Vorbildliche Offenlegung der Jumper-Zustände auf der Platine und die simple Möglichkeit dies ohne Zubehör zu ändern.
Durch jene drei Kontakte auf der HPPS-Platine kann eine fest gewählte Einstellung vorgenommen werden. Mit daran angebrachten Schaltern lässt sich die HPPS daraüber hinaus je nach Bedarf dynamisch hin und her takten. Bei der Aquastream kann eine Jumper-Position zwischen 47 Hz oder der Leistungssteigerung auf 56 Hz entschieden werden - hierfür bedient man sich der Aquaero-Brücke. Achtung! Nur bei der neueren Aquastream-Version ist dies auch möglich, sind die vier Transistoren wie auf der Abbildung stehend aufgelötet, so ist diese Modifikation nicht möglich. Eine Beschädigung der Platine ist laut Aqua-Computer dann unausweichlich! Daher ist vor dem Einsetzen des Jumpers die Platine genau mit diesem Schaubild abzugleichen! Ein weiteres Feature, gegenüber der Standard-EHEIM 1046, welches Angeboten wird, ist der Sanftlauf. Besonders bei der HPPS ist diese Funktion besonders gut ausgeprägt. Der Sanftlauf ist dabei lediglich eine Stufenlose Erhöhung der Frequenz beim Anlaufen der Pumpe. Dabei dreht der Motor langsam bis zur eingestellten Frequenz hoch - sind zusätzlich die Jumper-Zustände auf den Auto-Modus gestellt, so stellt sich die Pumpe automatisch auf den geforderten Gegendruck ein. Eine sehr sinnvolle Funktion, da so die Pumpe sich stets dem aktuellen Druck im System selbst anpasst. Wie es bei einer Inanspruchnahme der Garantieleistung aussieht, wenn auf der Platine vom User gelötet wurde, ist nicht bekannt. Innovatek bietet wohl direkte Jumper-Brücken auf der Platine aus gutem Grund nicht an, so ist eine Manipulation im Zweifelsfall wenigstens direkt nachvollziehbar. Wobei die gute alte Bleistiftmethode, auf dieser Platine sehr gut funktioniert - doch das nur als kleiner Tipp am Rande.
Die Aquastream bietet zusätzlich noch zwei Features, die eine Erwähnung auf jeden Fall verdienen. Zu nennen wäre hier die sehr wichtige und nützliche Überwachungsfunktion sowie die Entlüftungsfunktion. Realisiert wird die Überwachungsfunktion über ein Kabel, welches von der Aquastream-Platine aus ein Tachosignal an das Motherboard weitergibt. Ist alles in Ordnung, so sollte eine Drehfrequenz von ~ 3500 1/min angezeigt werden. Ist dieser Wert, aus welchen Gründen auch immer, ausgefallen - da die Pumpe z.B.: Nicht läuft, so kann bei einer Unterstützung der Lüfter-Überwachung im BIOS eine Einstellung vorgenommen werden, so das sich der Rechner automatisch abschaltet. Zusätzlich wird auf der Aluminium-Frontblende eine zusätzliche Anzeige durch zwei verschieden farbige LEDs (status & error) realisiert, die über verschiedene Blink-Impulse ggf. den Fehler genau wiedergeben. Die Entlüftungsfunktion ist über einen Jumper auf der Platine anwählbar. Wird der Kontakt mit dem Jumper kurzgeschlossen, dann fährt die Pumpe kurz an und wieder zurück und immer wieder. Praktisch so langem, bis siche alle Luftblasen im Ausgleichbehälter sammeln. Bisher sind wir ohne diese Funktion ganz gut ausgekommen, daher sollte man nicht unbedingt wegen einem simplen "An/Aus-Modus", gleich seine Kaufentscheidung fällen - ein nette Idee ist es dennoch. Diese speziell für den Wasserkühlkreislauf entwickelte Funktion zeugt zumindest davon, dass man sich bei Aqua-Computer durchaus Gedanken gemacht hat, was zu tun ist um die Inbetriebnamhe einer Wasserkühlung für den Neuling zu vereinfachen.
Bild: Durch das Verbinden der zwei Pins wird das Signal zum Einschalten des Netzteils erteilt. Normalerweise erfolgt dies über den Power-Knopf, der über das Motherboard geschleift wird.
Die Inbetriebnahme und das Befüllen einer 12 Volt Pumpe
Um den Wasserkühlkreislauf zu befüllen und im Vorfeld zu testen, ist natürlich kein zweites Netzteil samt Computer nötig. Der 20-Pin Netzteil-Stecker, der auf dem Motherboard steckt, wird dafür gelöst und wie auf unserer Grafik präpariert. Innovatek legt gleich einen passenden Aufsteck-Apdater bei, bei Aqua-Computer liegt ein passendes Stück Kabel bei - jedoch ohne ausreichende Hinweise in der Anleitung, wo genau das Kabel eingesteckt werden soll: Mangelhaft, da so ein unerfahrener Benutzer ggf. einen Kurzschluss verursachen kann, wenn die falschen Pins verbunden werden.
Während unserer Tests verwendet wir für beide Pumpen die gleichen Push-in-Anschlüsse sowie in einem zweiten Testlauf den Aufsteck-Ausgleichsbehälter (AGB-O-Matic) von Innovatek. Besondere Vorkommnisse gab es keine.
Unser Fazit
Es ist ernüchternd, dafür aber klar. Die Leute bei Aqua-Computer haben einfach das bessere Produkt auf die Beine gestellt. Für gerade ein mal einen Aufpreis von nur 7,09 Euro bekommt man im Grunde genommen das gleiche Produkt, dass jedoch eine ganze Ecke an Zusatz-Features zu bieten hat. Die Tatsache, dass sich diese Pumpe ebenso als Durchfluss- wie auch als Tauchpumpe-Pumpe einsetzen lässt, ist mehr als ein dicker Vorteil. Leute die viel Wert auf eine Tauchpumpe legen, müssten die Innovatek-Pumpe erst modifizieren, damit ein Einsatz unter Wasser möglich ist (Achtung: Garantierverlust!). Auch die fehlend Überwachungsfunktion, so wie es bei der Aquastream vorhanden ist, lässt uns letztendlich keine andere Wahl, als den Kauftipp für die Aqua-Computer Aquastream gelten zu lassen. Verblendete würden jetzt mit dem Argument kommen, dass die Pumpe doch in der Regel gar nicht ausfällt. Ja, dies stimmt sogar! Jedoch, bietet diese Überwachungsfunktion mehr als nur eine Anzeige ob die Pumpe eben läuft oder nicht. Sollte an irgendeiner Stelle am Schlauch ein "tödlicher Knick" drin sein oder ein Bauteil verstopft sein, so gibt die Überwachungsfunktion bei entsprechend empfindlicher Einstellung ein Signal ab - und das System kann noch rechtzeitig heruntergefahren werden. Beim Innovatek-Produkt reagiert zwar die Pumpe darauf, dass das Wasser nicht mehr kommt - versucht durch neu Anfahren der Pumpe dagegen zu steuern, unternimmt aber im Grunde genommen nichts dagegen, dass das System sich gen Himmel erhitzt. Ein Piepton von einem kleinem Piezzo-Lautsprecher für wenige Cent wäre an dieser Stelle wenigstens drin gewesen. Entwicklungs- und Produktionskosten hätten sich letzendlich im Preis nicht niedergeschlagen. Die von Aqua-Computer entwickelte Überwachungsfunktion ist daher für uns ein unschätzbarer Vorteil, wenn man bedenkt, dass es mittlerweile CPUs und Grafikkarten für mehr als über 500,- Euro gibt und diese Pumpen genau auf diese Premium-User zielen. Klar - Innovatek hat keine schlechte Arbeit geleistet, aber wieso zu dieser Pumpe greifen, wenn einfach "nur" die Pumpe geboten wird und sonst nichts weiter? Lediglich die Overdrive-Funktion, die eine erhöhte Taktrate von bis zu 72 Hz erlaubt, dürfte für Leute interessant sein - die eine sehr Leistungsstarke Pumpe benötigen, diese jedoch unbedingt mit 12 Volt laufen lassen wollen. Unser Testsieger heißt also ganz klar: Aqua-Computer Aquastream für 12 Volt. Für einen Award reicht es leider nicht, da das Preis-Leistungs-Verhältnis unserer Meinung nicht wirklich stimmt. Knappe 75,- Euro für eine Pumpe sind einfach zuviel, auch die Tatsache, dass die Pumpe sehr klobig ist, erfreut uns nicht wirklich. Aber dies alles kann man beim nächsten Produkt ggf. verbessern. Wir freuen uns auf die nächste Generation und werden garantiert darüber berichten, bis dahin!
Nachtrag!
Halt! Hast Du die 12 Volt Pumpe etwa schon von Deiner Einkaufsliste gestrichen? Aus dem einfachen Grund, weil selbst das günstigere Innovatek-Modell noch zu teuer ist? Nun, gegen Ende unserer Testarbeiten zu den beiden oben genannten Pumpen entdeckten wir eine weitere interessante 12 Volt Pumpe, die zudem wesentlich günstiger als die beiden "Ungleichen Brüder" ist. Überraschenderweise erwies sich diese als Echte 12 Volt Pumpe so, dass einer Aufnahme mit in diesen Report nichts im Wege stand, daher hier unser Nachtrag zu dem "Super-Schnäppchen". Ist diese günstige Alternative aus dem Hause "ColorCase-Germany" zu gebrauchen? Auf geht es!
Mit einem Preis von 59,- Euro ist die "H2O AP900" knapp 20,- Euro günstiger als das Aqua-Computer Top-Modell, sind etwa deshalb Nachteile zu erwarten? Nein! Eher das Gegenteil hatte bei uns zu einer freudigen Überraschung geführt. Die komplette Pumpe ist eine Eigenentwicklung der deutschen Firma "OASE" und wird intern mit der Kennnummer "CP 1501" geführt. Das heißt für uns: Abwechslung im Testlabor - denn diese Pumpe verwendet keinerlei EHEIM-Technik. Soll sich das etwa als Vorteil oder eher Nachteil erweisen? Nun, vom äußerlichen Erscheinungsbild macht die Pumpe einen sehr kompakten aber dennoch sehr soliden und hochwertigen Eindruck, alles wirkt sehr robust - kein Plastik-Teil klappert oder wirkt angeklebt. Auf der Waage zeigt sich dann ein wesentlicher Unterschied zu den beiden EHEIM-Modifikationen. Die von Color-Case vertriebe Pumpe kommt auf etwas über 700 g Eigengewicht - die beiden anderen Kandidaten kommen auf jeweils etwas über 500 g. Kein Wunder, im OASE-Kraftwerk steckt ein sehr viel stärkerer Motor drin, der bei doppelter Spannung (24 Volt) in der Lage ist 1300 Liter in der Stunde an der Pumpe vorbei zu schleusen. Bei 12 Volt skaliert die AP900 auf eine Maximalleistung von satten 720 Litern die Stunde - das jedoch bei einer Leistungsaufnahme von "nur" 10 Watt. Dies stellt eine nahezu doppelte Leistungsaufnahme, gegenüber den EHEIM-Modellen dar. Sollte sich jedoch dadurch unser Kühlmedium Wasser stärker erhitzen als bei einer Pumpe der Anderen Hersteller? Nein, trotz mehrerer aufeinander folgender Messungen, mal mit Last und mal ohne, konnten wir keinerlei Unterschied feststellen. Wie auch? Bei einer Gesamtwärmeverlustleistung im System jenseits der 200 Watt, die das Wasser aufzunehmen hat, wirken sich vier weitere Watt in keinster Weise aus. Daher ist dieser Punkt, von uns aus gesehen, eher als nebensächlich zu betrachten.
Doch die Pumpe kann noch mehr, nämlich unheimlich viel Wasser in kurzer Zeit bewegen. Die maximale Förderleistung spielt doch überhaupt keine Rolle! So werden jetzt einige helle Köpfe aufschreien. Ja - dies stimmt. Ob die Pumpe nun max..: 1300 Liter oder eben "nur" 300 Liter in der Stunde zu fördern vermag, spielt in einem Wasserkühlkreislauf keinerlei Rolle. Bereits in unserem vorhergehenden Pumpen-Report, hatten wir auf diese Problematik hingewiesen und die EHEIM 1250 als Leistungs-Overkill abgetan. In einem komplett ausgebautem Mega-System, in dem jede Wärmeabstrahlende-Komponente aufwendig gekühlt wird und eine Gesamtwasserkreislauflänge jenseits der 5 Meter vorherrscht, kann es dazu kommen, dass genau dort unter bestimmten Umständen es ggf. dann doch eng werden kann und eine solch leistungsfähige Pumpe eine Daseinsberechtigung erhält. In einem gewöhnlichem System, selbst mit großem Tripple-Radiator, CPU-,GPU- & Chipset-Heatsink, reicht die von der EHEIM 1046 gelieferte Leistung mehr als ausreichend und eine Kaufentscheidung sollte daher an dieser Stelle nicht nach solchen Leistungskriterien wie der Fördermenge gefällt werden, da ein sehr großer Strömungswiderstand aufgebaut werden muss, damit eine besonders starke Pumpe Sinn macht.
Lautstärke?
Erfreulicherweise war die Pumpe trotz höherer Förderleistung, subjektiv gesehen, nicht wesentlich lauter! Obwohl eine minderwertige Stahlachse verwendet wird, war die Geräuschemission noch als sehr verträglich zu bezeichnen. Die beiden EHEIM-Modifikationen greifen hier auf Lager und Achse aus Keramik zurück, dadurch ist der Reibungswiderstand so gering, dass keinerlei Schleifgeräusch oder ähnliches entsteht. Kunststoff auf Stahl verursacht hier schon eher unsanfte Geräusche. Zwar hat man durch diese Tatsache bei der AP900 kein störendes Geräusch - die Lebensdauer leidet darunter doch erheblich. Eine sehr sparsame Verwendung eines wasserbeständigen Gleitmittels auf der Stahlachse (kleinste Mengen Öl) - dürften hier eine kleine Verbesserung bringen. In diesem Fall ist jedoch weniger mehr, unser Kühlmedium Wasser soll schließlich bis auf Glykol und Ethandiol (Frostschutz 1 zu 5) rein bleiben. Im allgemeinen sind alle Pumpen, die für einen Wasserkühlkreislauf im Computer in Frage kommen, sehr, sehr leise. So auch alle Heute vorgestellten Pumpen. Sie unterscheiden sich lediglich mehr oder weniger leicht vom Grundton, dieser ist jedoch so leise, dass wirklich in keiner Situation, bei geschlossenem Gehäuse und entkoppelter Befestigung, etwas wahrzunehmen ist. Selbst in Verbindung mit einer nahezu unhörbaren 2,5"-HDD die bei 4200 U/min ihre Arbeit verrichtet, ist jegliche Heute hier vorgestellte Pumpe in dem Sinne übertönt. Silent-Freaks brauchen sich also keinerlei Sorgen machen - hier wird noch Made in Germany geliefert.
Das Aufeinandertreffen Teil II
Im direkten Vergleich zeigt sich, dass die AP900 etwas kompakter wirkt, obwohl ein deutlich stärkerer Motor verbaut wurde. Beim näheren Betrachten fällt auch auf, dass sie diese Pumpe ohne weiteres als Tauchpumpe verwenden lässt - die Steuerelektronik, falls überhaupt vorhanden - da keinerlei Sanftlauf-, Überwachungs- oder Restart-Funktionen erkennbar, ist wenn unter dem Kunststoffguss geschützt. Im direkten Vergleich zeigt sich auch wie letztendlich der Hase läuft - das bei OASE hergestellte Flügelrad zeigt sich bis in des letzte Detail ausgefeilt und besteht zusammen mit dem Dauermagnet aus einem Guss und wirkt um einiges größer und imposanter als die kleinen "Schaufelrädchen" bei den beiden EHEIM-Modifkationen. Die oben erwähnte Stahlachse trübt das Ganze Bild jedoch, eine Keramik-Achse samt Lager würde die Pumpe zum perfekten Partner in einem Wasserkühlkreislauf für den Computer machen. Irgendwo musste schließlich OASE Einsparungen treffen, damit der Preis so klein gehalten werden kann - Schade, dass es hierbei dieses Standzeitrelevante Bauteil trifft.
Erwähnenswert wäre noch, dass sich erfreulicherweise alle Pumpen richtig befestigen liessen. Die Hersteller haben an Verankerungen für Schrauben glücklicherweise gedacht. Eine unkontrolliert im Gehäuse fliegende Pumpe kann im schlimmsten Fall Hardware zerstören, darauf hatten wir bereits im letzten Pumpen-Report hingewiesen, da seitens SiCCE sowie SELTZ für die Hydor keinerlei Befestigungsmöglichkeiten vorgegeben waren.
Schluss mit lustig
Die AP900 hat unsere Denkweise was 12 Volt Pumpen angeht, komplett durch den Haufen geworfen. Nun, folgendermaßen können wir letztendlich unsere Empfehlungen rausgeben. Nach wie vor bleibt die Aqua-Computer Aquastream unser Tipp, zwar mit einem relativ hohem Preis aber dafür auch gleichermaßen die Einsame Feature-Königin. Ein Mal in Anspruch genommen - möchte man dieses technische Meisterstück nicht mehr missen. Man merkt richtig, dass diese Pumpe für den Retail-Markt geschaffen wurde. Für 7,09 Euro weniger wird im Grunde genommen die Gleiche Pumpe geboten, jedoch ohne die von Aqua-Computer zu Verfügung gestellten Features. Wer zu dieser Pumpe greift, hat sich ebenfalls ein gutes Stück Hardware gesichert. Einzig mit dem Nachteil, dass eine Tauchverwendung ohne Modifikation nicht in Frage kommt und ohne die, unserer Meinung nach, sehr wichtige Überwachungsfunktion. Es ist letztendlich Meinungssache ob diese Pumpe in Eurem Wasserkühlsystem ein Plätzchen findet, wirkliche Nachteile gibt es nicht - es ist einfach die "simple" Pumpe, nichts mehr aber auch nichts weniger. Wer nicht unbedingt auf EHEIM besteht, der könnte bei ColorCase-Germany ein wahres Schnäppchen schlagen, dort wird eine Pumpe angeboten, die mehr Leistung auf weniger Raum für obendrauf weniger Geld bietet. Was spricht gegen Sie? Eigentlich wie bei dem Innovatek-Produkt lediglich die Tatsache, dass man auf die Überwachung verzichten muss. Jedoch kann das gegenüber der Aquastream gesparte Geld in eine analoge Durchflusskontrolle für ca. 11,- Euro investiert werden. Zwar ist diese Methode, wie man sich denken kann, nicht wirklich 100 Prozentig sicher - aber ein guter Ansatz und besser als nichts. Zu guter letzt geht eine Botschaft an alle Marken-Liebhaber, denn diese könnten sich hier gestört fühlen, dass es kein bekannter Hersteller beim OASE-Produkt ist. Wir können dieses Vorurteil jedoch widerlegen, die AP900 hat das Zeug zum Star - alle, die sich nicht zwingend zu EHEIM-Produkten hingezogen fühlen, liegen hier Richtig, sofern auf Features keinerlei Wert gelegt wird und ledilgich eine simple 12 Volt Pumpe gewünscht wird. Für einen geringfügigen Aufpreis kann man Innovatek-Kunde werden und eine Pumpe ohne wirkliche Standzeitbeschränkung erwerben. Ein Nachteil bliebe nämlich bei der AP900 - die bereits im Vorfeld erwähnte Metallachse des Flügelrads, die durchaus nach einiger Zeit Alterserscheinungen auf dem Kunststoff Roationskörper hinterlässt. Eine klare Aussage darüber können wir jedoch nach dieser kurzen Beobachtungszeit jedoch nicht geben. Wer zusätzlich zum Aufpreis der HPPS einen Zehner drauflegt, der kann sich zusätzlich eine 3,5"-Blende einbauen und dank der Überwachungsfunktion ein wenig ruhiger schlafen. Insgesamt sind wir eigentlich zufrieden, keines der vorliegenden Produkte hatte wirkliche Mängel - einzig die EHEIM-Monokultur ist wohl auf Dauer als Nachteil zu bezeichnen, doch zum Glück gibt es mit der AP900 einen Lichtblick am Horizont. Auch wenn hier nicht zwingend alles perfekt ist. Über weitere Entwicklungen auf diesem Gebiet werden wir Euch auf dem laufenden halten. Sollten in nächster Zeit weitere interessante Pumpen erscheinen, so werden wir versuchen für Euch einen weiteren Report zu organisieren - die nächste Generation darf mit Spannung erwartet werden!
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