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Von Tobias Topyla am 26.06.2004 veröffentlicht.
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Intro
Als IBM am 13. September 1956 mit der "305 RAMAC" die erste Festplatte vorstellte, glaubten nur wenige Pioniere an diese Technik. Nichts desto trotz war das Gerät revolutionär. Immerhin war das 50 Platten hohe und mit 24-Zoll im Durchmesser große Monster in der Lage rund 5 MIB aufzunehmen, in etwa das was die Bibel als reine Text-Datei darstellt. In der Anfangszeit, hatte kaum jemand bei IBM gedacht, dass man je über 5.000 Bit pro Inch-Quadrat (2,54 * 2,54 cm) unterbringen könnte. Denn die 305 RAMAC kam gerade mit Mühe und Not auf 2.000 Bit pro Inch^2. Doch die Flächendichte sollte nahezu in das unermessliche stiegen - wir liegen heute immerhin bei mehr oder weniger 100 GBit pro Inch^2 und es soll noch mehr werden. Mit diesem Report möchten wir die komplexen Zusammenhänge auf und rund um eine Festplatte erklären sowie Tipps zur Optimierung geben. Nebenbei erklären wir einige Phänomene rund um die Festplatte, wir wünschen Euch viel Spaß beim lesen.
Bild: (c) "ibm.com" - IBM 305 RAMAC: Die erste Festplatte der Welt mit einem Fassungsvermögen von ~ 5 MIB.
Bitte Ruhe!
Für den Betrieb aktueller High-End-Computer benötigt man immer bessere und leistungsfähigere Kühlung, in erster Linie werden hier oft nur die CPU und die Grafikkarte genannt und auch versorgt. Jedoch produzieren auch die restlichen Komponenten auch einiges an Abwärme, so auch die Festplatte. Neben mechanischen Bauteilen wie Elektro-Motoren und Halbleiter-Strukturen gibt es in einem Computer keine anderen Wärmequellen bzw. Geräte die eine Wärmeverlustleistung abgeben. Vor einigen Jahren wurden nur stärkere Lüfter auf den Kühlkörpern angebracht um die zusätzliche Wärme abzuführen, damals spielte die Lautstärke bei den Herstellern noch keine große Rolle - erst mit der zunehmender Gesamt-Wärmeverlustleistung jenseits der 100 Watt pro zu kühlender Komponente und einer Geräuschkulisse die nicht mehr feierlich war, sollte das Problem ein Thema werden. Da es mittlerweile verlässliche Lösungen für die genannten Komponenten gibt, möchten wir uns heute mit dem Thema "Festplatten-Optimierung" auseinandersetzen, da es hier bisher wenig konkrete Lösungsansätze für den "Home-User" gibt. Denn, auch Festplatten produzieren mit ihrer immer höher werdenden Drehzahl eine höhere Abwärme sowie starke Schwingungen und dadurch ein störendes Betriebsgeräusch, welches durch den - im ungünstigsten Fall - Blech-Tower zusätzlich verstärkt wird, da hier ein Resonanz-Effekt auftritt. Wenn alle Lüfter gewichen sind oder mit verminderter Spannung und somit auch kleinere Drehzahl arbeiten, bleiben nur noch die Festplatte übrig. Nehmen wir uns dem Problem an!
Details
Um die Lautstärke eines PCs zu verringern, suchten wir nach günstigen Möglichkeiten um dies zu bewerkstelligen. Christian Berger, seines Zeichens Leser von TtecX.com, hat sich mit der Sache beschäftigt. Um die Betriebsgeräusche der Festplatte zu reduzieren entschied er sich für eine Entkopplung der Festplatten vom Gehäuse, da dies die noch letzten im System übrig gebliebenen Krachmacher waren. Um dies realisieren zu können, werden von mehreren Herstellern Produkte angeboten. Christians Wahl entfiel auf die "Swing" von Noiseblocker. Wer sich noch erinnern kann, der weiß, dass wir diese bereits in einem unserer Reports schon vor über einem Jahr vorgestellt hatten. Dabei erwiesen sie sich als überaus empfehlenswert und dem damaligen Innovatek-Produkt überlegen. Mit einem Preis von gerade einmal 16,80 Euro sind sie zudem relativ günstig und ermöglichen daher für vergleichsweise wenig Geld einen leiseren Betrieb.
Als zu entkoppelnde Festplatten dienten Christian eine Western Digital JB 800 und eine Samsung SP1614N. Diese sind im Normalbetrieb zwar nicht als sehr laut zu bezeichnen, jedoch speziell die Wester Digital HDD auf jeden Fall noch durchaus wahrnehmbar. Doch, werden wir man sie nach den Umbau-Maßnahmen nicht mehr hören können?
Lieferumfang der "Swing"
» 4 Winkelstücke mit vormontierten Gummipuffern.
» 4 Winkelstücke.
» Befestigungsschrauben.
» Anleitung in deutscher Sprache.
Montage
Der Einbau gestaltet sich als ziemlich einfach, da die Anleitung einige anschauliche Bilder enthält und es nicht sehr viele Teile zum Zusammenbauen gibt. Zuerst werden die Winkelstücke an der Festplatte angebracht, dafür sind keine Schrauben im Lieferumfang dabei, da hier normalerweise die Schrauben verwenden werden können, mit denen man die Festplatten vorher am Gehäuse befestigt hat. Danach werden die Winkelstücke an der Festplatte mit denen, die einen Gummipuffer vormontiert haben, verschraubt. Anschließend wird die Festplatte in einen freien 5,25" Schacht eingesetzt und verschraubt. Der Nachteil dieser Methode ist, dass bei geringen Gehäuse-Kapazitäten wohlmölich eine Entkopplung der Festplatten nicht stattfinden kann, da es ggf. einfach keinen freien 5,25"-Schacht mehr gibt (Micro- und Midi-ATX).
Bild: Der Aufbau.
Die Lagerung erfolgt nun über die Gummipuffer - ein direkter Kontakt von Metal auf Metal ist nun so nicht mehr gegeben. Vibrationen werden so nicht in direkter Weise an das Gehäuse, welches dann als Resonanzkörper dient, weitergegeben. Die Gummipuffer leisten gute Arbeit und sorgen dafür, dass die Festplatten kaum wahrnehmbar sind und darüber hinaus sicher und stoßfest sitzen. In einem optimal gedämmten Gehäuse kann mit normalen - sprich, nicht besonders lauten Festplatten - somit ein zwar nicht eindeutig messbarer "Lautlos-Effekt" erzeugt werden, jedoch ein deutlicher Rückgang der Geräuschemission herbeigeführt werden.
Probleme
Da die Festplatten in einen Chieftec-Tower eingesetzt werden sollten, musste das Schienensystem, mit dem der Tower ausgestattet ist, modifiziert werden. Um die Swings an den Schienen anzubringen, mussten je zwei Löcher in diese gebohrt werden. Dies lag daran, da der größte Abstand von zwei Befestigungs-Löchern auf der Schiene zu klein ist um die Festplatten daran befestigen zu können. Nach dem genauen Ausmessen des benötigten Abstandes benutzten wir einen 3,5 mm Bohrer, damit die Schrauben, die ein 3 mm Gewinde besitzen, problemlos passen. Anschließend befestigten wir die Schienen mit den angeschraubten Entkopplern an den Winkelstücken der Festplatten. Da nun die Festplatten im 5,25"-Schacht Platz finden sollten, es dort aber kaum oder eher fast keine Frischluftzirkulation gab, haben wir zusätzlich noch zwei Kühler von Titan eingesetzt. Diese versorgen die Festplatte von unten herauf mit kühler Luft, die durch einen Lüfter angesaugt wird. Dies ist deshalb notwendig, da die passive Kühlung, die vorher vom Festplatten-Rahmen und einem Teil des Gehäuses geleistet wurde, nun durch die frei schwebende Konstruktion wegfällt. Es ist nämlich stets zu beachten, dass Festplatten für eine gewisse Betriebstemperatur ausgelegt sind, diese liegt zwischen 30 und 50 Grad Celsius. Wichtig ist das deshalb, weil sonst das Gleitlager des Elektro-Motors schaden nimmt und die Festplatte dadurch einen Defekt erleiden kann. Eine zusätzliche Rolle spielt die nur in einem geringen Umfang thermisch belastbare Elektronik auf der Rückseite der Festplatte, die für die Ansteuerung der Mechnaik notwendig ist. Die Lüfter am Kühler sollten auch nicht allzu stark sein, da durch Mikroschwingungen der Rotationskörper und der Feldstärke des elektrischen Feldes, der Lesekopf, der im Prinzip nur eine winzige Spule darstellt, beeinträchtigt oder gar zerstört werden kann. Die von Titan verwendeten Lüfter sind genau darauf ausgelegt und sollten kein Problem für keine Festplatte sein. Damit wir nicht den im Vorfeld gewonnen "Lautlos-Effekt" wieder durch die Lüfter zerstören, wurden diese mit 5 statt 12 Volt angefahren, dadurch laufen diese erheblich langsamer und verursachen auch weniger Geräusche. Man kann nahezu behaupten, dass diese so nun nicht mehr wahrnehmbar sind.
Bild: 7 oder gar nur 5 statt 12 Volt gefällig?
Quintessenz der Hardware-Modifikaton
Schreib- oder Lese-Vorgänge sind definitiv bei unseren Festplatten nicht mehr wahrnehmbar, zusätzlich haben die wahrnehmbaren Vibrationen am Tower merklich abgenommen. Ein voller Erfolg! Einzig sehr laute Festplatten kann man in dem Punkt nicht unterdrücken, als das sie ein sehr lautes Laufgeräusch des Elektro-Motors haben welches stets vorherrscht. Hier hilft zwar die Entkopplung für einen etwas leiseren Betrieb, ein "Lautlos-Effekt" stellt sich jedoch nicht ein. Hier muss für eine zusätzliche Dämmung und dadurch auch verbunden eine leistungsfähige Kühlung gesorgt werden, anders ist das Problem einfach nicht zu bekämpfen. Alles in allem eine brauchbare und zugleich kostengünstige Maßnahme für ein leiseres System. Dies war der Hardware-Teil der Modifikation, schauen wir nun - was sich sonst noch so machen lässt.
SMARTer Festspeicher
Are you and your hardware SMART? Mit SMART ist selbstverständlich die "Self-Monitoring, Analysis & Reporting Technology" gemeint und nicht ein Kleinwagen aus dem Hause Daimler-Chrysler. (-: Sofern der HDD-Controller sowie die Festplatte selbst dieses Feature unterstützt, dann kann man damit einige feine Dinge anstellen. Angefangen davon, dass sich der komplette Informationssatz einer Festplatte wie Seriennummer, Firmware-Version, aktuelle Temperatur und diverse Fehlerdiagnose-Werte auslesen lassen - ist eine besondere "Geek-Option" im Feature-Paket enthalten. Das so genannte "Akustik-Management". Hiermit bezeichnet man die Steuerung der Hardware-Teile, die für die Zugriffe zuständig sind. Gemeint ist das üble "Rattern" während man größere Aufgaben seiner Festplatte zumutet. Eigentlich sollte die Festplatten, nachdem wir sie komplett vom Gehäuse entkoppelt haben, kaum Geräusche machen - jedoch kann es bei besonders lauten Genossen durchaus vorkommen, dass die Zugriffsgeräusche der Festplatte als besonders Markant aus der Geräuschkulisse heraustreten. Man könnte fast meinen, dass die Heinzelmännchen selbst mit Hacke und Beil die Bits in die Platten kloppen - einige Modelle verlangen viele Nerven vom Nutzer, doch damit soll jetzt Schluss sein! Dabei muss es nicht unbedingt die älteste Festplatte anno letztes Jahrtausend sein. Nein! Vor allem Festplatten mit einer sehr großen Kapazität oberhalb der 200 GIB Grenze neigen dazu ein unschönes Zugriffsgeräusch zu erzeugen. Das liegt daran, dass hier besonders viele einzelne Platten mit dem dazugehörigen Armen der Lese- & Schreib-Köpfen auf engen Raum zusammenkommen und man hier die einzelnen Krachmacher nicht mehr an einer Hand abzählen kann. Verwendet man eine solche Festplatte und möchte zum Beispiel ein sehr großes Verzeichnis öffnen - es muss noch nicht ein mal unbedingt eine aufwendige Kopier-Aufgabe an die Festplatte herangetragen werden - so rattern alle Arme der Lese- & Schreibköpfe auf einmal los und verursachen gut und gerne einen Krach, der subjektiv wahrgenommen doch sehr unangenehm sein kann. Die Schreib- & Lese-Köpfe werden entlang des Radius der Platten extrem schnell hin und her beschleunigt - der dazugehörige Motor arbeitet bei allen Festplatten nach dem Prinzip des elektrischen Schrittmotors. Jedenfalls muss auf den Mikrometer (1 * 10^-6 = 1 µm) genau der Kopf angehalten und positioniert werden. Um dies in einem für den Nutzer erträglichem Tempo zu erledigen, läuft dieser Motor auf Hochtouren, so dass die winzige Mechanik eben diesen Krach veranstaltet. Folglich ist eine Festplatte immer dann besonders laut, wenn sich die Summe der Krachmacher zu einem hohen Nenner addiert oder auch wenige Bauteile extrem schnell agieren, weil die Rahmenbedingungen dies verlangen z.B.: Eine besonders hohe Drehfrequenz der Platte und eine entsprechend höher resultiere Radiusgeschwindigkeit. Zwar ist in einem entkoppelten und zusätzlich gedämmten Gehäuse dieses Geräusch kaum oder gar nicht wahrnehmbar, jedoch sind wir doch bestrebt Perfektionisten zu sein und wollen alle Möglichkeiten nutzen die Geräuschkulisse zu drücken - selbst wenn dabei die Overkill-Performance flöten geht.
Bild: Benchmarksüchtige GIGA-TV-Jünglinge fallen in
diesem Moment aus ihrern Kinderzimmerstühlen.
Eine zusätzliche Millisekunde an Zugriffslatenz!
"Halt - Stop! Ich verliere Performance?" - "Ja! Herrlich oder?"
Wenn man die Zugriffszeiten minimiert, so ergibt sich die logische Folge, dass man auch einen so genannten "Performance-Drop" in Kauf nehmen muss. Geschenkt gibt es bekanntlich auf der Welt nichts - auch die Physik, die bei der Mechanik zum tragen kommt, macht hier keine Ausnahme. Hierbei sei jedoch bemerkt, dass die Verringerung der Radiusgeschwindigkeit des Armes der Schreib- & Leseköpfe sich in der Praxis nur minimal auswirkt. Vor allem für Storage-Platten ist die Herabsetzung des Akustik-Levels überaus sinnvoll, da hier in größeren Zeitabschnitten eher größere Dateien geladen werden. Wenn die Dateien nicht gerade fragmentiert verteilt sind, ergibt sich subjektiv kein Nachteil - der Performance-Drop tritt so gar nicht ein. Für direkte System- und SWAP-Festplatten sei mal dahingestellt, ob es sich lohnt hier und da mal ein bisschen mehr Wartezeit in Kauf zunehmen - rein vom Performance-Feeling ändert sich "on-thy-fly" eigentlich nichts bis wenig, wobei es hier natürlich große Unterschiede durchaus auftreten können, wenn die Festplatte ohnehin besonders langsam ist und wenig RAM im System die Festplattenzugriffe unnötig erhöht.
Es sei auszuprobieren wie stark das "Klackern" nachlässt und wie der Performance-Drop ausfällt. Allgemeingültige Aussagen lassen sich hier nur schwer aufstellen. Das künstliche "Ausbremsen" kann also sinnvoll sein, muss es aber nicht! Hochgerechnet auf die Gesamte Lebenszeit einer Festplatte dürften dies aber durchaus einige Stunden Wartezeit sein - wir arbeiten hier schließlich mit Optimierungen im einstelligen Millisekunden-Bereich. Um sich die Funktionsweise des Lese- & Schreib-Kopfes noch ein mal vor Augen zu führen sollte man einen solchen mal in Betrieb gesehen haben. Da man in den seltensten Fällen mal die Gelegenheit hat auf irgendwelchen Messen Vorführ-Festplatten in Plexiglas-Gehäusen zu sehen, haben wir mal einige kleine Grafiken angehängt um den Unterschied zwischen den beiden Betriebsarten zu verdeutlichen. Wir sehen: Ein mal links eine Festplatte die Standardmäßig "volles Rohr" läuft und rechts eine heruntergeregelte Festplatte per Akustik-Management. Natürlich nur Sinngemäß - in Wirklichkeit springen die "Ärmchen" um einiges rasanter hin und her. Durch die enorme Geschwindigkeit dürfte man mit dem Menschlichen Auge keinerlei Unterschied zwischen den einzelnen Stufen erkennen können, jedoch vom Prinzip her und zur Verdeutlichung laufen eben jene Arme langsamer.
Bild: Geht ab wie "Schmidts Katze" oder "lahmt" ein wenig herum - die Wahl liegt bei Euch!
Gut, es wäre jetzt so langsam an der Zeit über die Durchführung der Software-Modifikation an sich zu sprechen. Mittlerweile bieten alle Namenhaften Hersteller eigene Programme zur Einstellung des Akustik-Levels an. Ein Großteil davon sind reine DOS-Versionen die per Boot-Diskette gestartet werden sollen und mit Vorsicht wie ein BIOS-Update durchzuführen sind. Jedenfalls warnen einige Hersteller eindringlich vor den Änderungen. Wieso das so ist, ist uns ein Rätsel. Immerhin sieht die ATA-Spezifikation eine Änderung, sofern die Unterstützung vorliegt, ganz klar vor. Es ist auch in dem Sinne keine Modifikation, sondern eine reine Geräte-Einstellung so wie die simple Änderung der Bildschirm-Auflösung oder ähnlichem. Darüber hinaus geben die Hersteller in den seltensten Fällen bekannt, ob eine Anpassung möglich ist. Probieren geht hier über studieren. Falsch machen kann man nur wenig - mehr als eine Fehlermeldung vom Programm hat man im schlimmsten Fall nicht zu erwarten. Wenn man die Sache rein aus der Hardware-Sicht betrachtet, so ist die Herabsetzung der Geschwindigkeit, mit welcher die Motoren der Schreibe- & Lese-Köpfe arbeiten, eher von Vorteil, wenn man seiner Festplatte ein längeres Leben bereiten möchte. Weniger Last bedeutet auch weniger Abnutzung, einfachste Physik. Vielleicht liegt ja auch hier das Problem einiger Hersteller, immerhin profitieren sie davon, wenn sich der User nahezu pünktlich zu jedem neuen Schaltjahr eine neue Festplatte zulegen muss. Unter den ungünstigsten Bedingungen läuft eine High-Ende Festplatte, selten länger als 4 Jahre im Dauer-Betrieb. Wenn es hart auf hart kommt, sogar eher weniger. Die Hersteller profitieren natürlich von dieser relativ kurzen Standzeit und haben keinerlei Interesse hier etwas daran zu ändern. Der normale User, der sich alle zwei bis drei Jahre einen neuen "ALDI-PC" ins Haus holt und seine Komponenten einem dauerhaften Schongang unterzieht, merkt davon natürlich herzlich wenig. Wer jedoch Festplatten über Generationen hinweg weiter auch in seinen neuen Rechnern verbaut oder ganze File-Server aufbaut, die nur dazu dienen Daten im großen Stil bereit zu stellen, stößt hier in der Regel über die Lebensdauer hinaus. Wir bei TtecX.com hatten jedenfalls in dem vergangen Jahrzehnt vornehmlich Ausfälle zu verzeichnen, wenn eine Festplatte dauerhaft betrieben wurde und auch einer Leistungsabfrage des Öfteren standhalten musste.
Als besonders standfest haben sich jene Festplatten erwiesen, die von vorne herein auf hohe Drehzahlen verzichten um das letzte Quäntchen Leistung herauszuholen. Dabei hat sich aus dieser langjährigen Erfahrung die Faustregel für uns gebildet, dass für wichtige Daten möglichst eine "langsame" zum Einsatz kommen sollte. Komponenten die eben nicht an ihrer Belastungsgrenze mit einer Drehfrequenz von 15.000 1 / min und mehr arbeiten, halten eben länger und sind somit zuverlässiger. Im SOHO-Sektor sollte man hier möglichst auf 5400 1 / min Festplatten setzen, diese sind günstiger in der Beschaffung und halten in aller Regel wesentlich länger als jene mit 7200 oder 10.000 1 / min. Als System-Festplatte empfiehlt sich dagegen ein weiteres physikalisches Laufwerk ggf. sogar ein zusätzliches für die SWAP-Datei (Optimales Schema: HDD0 OS; HDD1 SWAP; HDD2 DATA). Da hier nur das Betriebssystem und die reproduzierbaren Anwendungen abgelegt werden, ist es von Vorteil auf "volles Rohr" zu setzen, wenn einen das dabei entstehende Geräusch nicht stört.
Eine sehr kleine, aber dafür sehr, sehr schnelle Festplatte - gar gleich ein Paar im RAID-0 Verbund, lassen ein Performance-Feeling aufkommen, dass selbst vom schnellsten Prozessor nicht zu ersetzen ist. Es macht einfach nur Spaß, wenn kaum Ladezeiten auftreten. Ein Hardware-Ausfall ist hier eher weniger schlimm, sofern man sich an die eiserne Regel hält, nicht reproduzierbare Daten wie Dokumente etc. immer nur auf der Storage-Platte abzulegen. Mit reproduzierbaren Daten sind jene Daten gemeint, die sich Jederzeit wieder besorgen lassen wie das Betriebssystem oder einzelne Anwendungen - denn, nicht gesicherte Daten sind in der Regel auch verlorene Daten! Wer kein Backup hat, der hat jeglichen Datenverlust sich selbst zuzuschreiben. Gut - zurück zur Optimierung der Festplatte. Ob die Festplatte nun effektiv kühler durch die Erhöhung der Zugriffszeit läuft, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Scheinbar geht die größte Wärme vom Elektro-Motor aus, der die einzelnen Platten in Bewegung hält - eine erwähnenswerte Wärmeabgabe seitens des "Ärmchens" geht nicht aus. Hier kann keine Modifikation vorgenommen werden. Vielleicht lassen sich die Hersteller hier etwas Neues einfallen, zu begrüßen wäre es auf jeden Fall. Eine dynamische Regelung, die je nach Last die Platten schneller bzw. langsamer drehen lässt, wäre im wahrsten Sinne des Wortes eine Wohltat für jeden vom Festplatten-Laufgeräusch geplagten User. Denkbar wäre ein Betriebsmodus, in dem die Mechanik über kurze Distanzen an der Belastungsgrenze extrem schnell dreht und zugleich ein Betriebsmodus, in dem die Mechanik schleicht.
Unter Microsoft Windows empfiehlt sich das Freeware-Programm "Silent-Drive 2.0". Eine Funktion sollte hiermit Gewährleistet sein, den Download findet Ihr natürlich bei uns (20 KIB). Sollte das Programm bei Eurer Festplatte nicht greifen, so muss das nicht unbedingt selbst an Silent-Drive liegen. Ihr solltet im BIOS auf jeden Fall die im Vorfeld erwähnte "SMART"- oder auch "S.M.A.R.T."-Funktion aktivieren. Darüber hinaus ist es notwendig andere Programme abzuschalten, die zur gleichen Zeit in der Silent-Drive läuft, auch auf SMART-Funktionen zugreifen. Ein klassisches Beispiel wäre hier das Freeware-Programm "Speed-Fan" (1,4 MIB) welches u. A. in der Lage ist die Temperatur der Festplatte über SMART auszulesen, sofern die Festplatte diese Funktion bietet. Das selbe gilt für "DTemp" (100 KIB). Daher bitte Speed-Fan und sonstige SMART-Monitoring Programme abschalten. Wer sich nicht sicher ist und seine Festplatte aus unbegründeter Sorge nur in die Hände eines Hersteller-Programms legen möchte, der kann sich auf den Hersteller-Seiten umsehen. Irgendwo versteckt findet Ihr sicherlich ein "Automatic-Acoustic-Management-Tool". Viel Glück! Wer ein RAID-Verbund sein eigen nennt, muss die einzelnen zu optimierenden Festplatte ausbauen und an einen normalen HDD-Controller hängen um die Akustik-Einstellung vorzunehmen. Die Daten müssen natürlich nicht gelöscht werden, da hier simpel gesprochen - praktisch nur eine ganz einfache Einstellung im "HDD-BIOS" erfolgt - mehr als ein umlegen eines "Schalters" ist es nicht. Dadurch bleibt die Einstellung auch bei einem Neustart erhalten und muss somit nur ein einziges mal vorgenommen werden und ist danach Betriebssystem unabhängig. Auch der Einbau in ein anderes System stört die Festplatte nicht in ihrem von Dir definiertem Akustik-Level zu arbeiten. Man sollte nur darauf achten, dass man hier einen IDE-Controller verwendet, der die Norm der ATA-Spezifikation erfüllt, dies sollte jedoch selbst noch bei vielen sehr alten Sockel 7 Rechnern der Fall sein. Genauer gesagt sollte ATA-3 (Advanced-Technology-Attachments), welches bereits 1996 vorgestellt wurde, vom IDE-Controller erfüllt werden. Also keine allzu große Hürde. Wer weder Silent-Dirve für Win32 noch die DOS Hersteller-Tools nutzen möchte - da er sich zu der Gemeinde der glücklichen Alternativ OS-User zählt, für den kommt "MacAAM" & "HDparm" in Frage. MacAAM (25 KIB) ist dabei - wie der Name schon sagt - für Mac OS von Apple mit einem dazugehörigen Computer. HDparm (40 KIB) dagegen ist für die GNU/Linux-Gemeinde gedacht. Dabei wird hier nicht anders verfahren als wie mit "Silent-Dirve" für Win32. Einzig, das hier die Werte in einer weiten Range eingegeben werden können, jedoch unterscheidet sich das wiederum von Festplatte zu Festplatte in wie weit dies erfolgen kann.
Tiny HDD-F.A.Q.:
» Frage: "Wird die Zugriffszeit meiner Festplatte durch die Modifikation der Entkopplung beeinträchtigt?"
Antwort: Dadurch, dass die Festplatte nun ihre gesamten Vibrationen, die durch den Rotationskörper am hochdrehenden Elektro-Motor entstehen, nicht an das Gehäuse weitergibt, bringt sich die Festplatte selbst in leichte Eigenschwingung. Dies ist jedoch minimal und wird je nach Festplatten-Typ gar nicht oder nur im 0,5 ms Bereich mit Leistungseinbussen quittiert, da dann die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass Daten mehrmals gelesen werden müssen (erhöhte Redundanz des Zugriffs). Demnach also kein Grund zur Sorge - die Wahrscheinlichkeit eines Lagerschadens ist erst dann gegeben, wenn die Vibrationen unbeschränkt einwirken z.B.: Durch eine freiliegende Lage auf Schaumstoff oder ähnlichem.
» Frage: "Ist es Notwendig die HDD für einen Transport auszubauen?"
Antwort: Nein, im Gegenteil. Dadurch, dass direkte Stöße, die an das Gehäuse abgegeben werden, nicht in direkter Form an die Festplatte weitergeleitet werden, sondern von den Gummi-Puffern aufgefangen werden, ist es nicht notwendig die Festplatte auszubauen. Wie wir sehen, hat diese Vorrichtung einen weiteren Vorteil! Wer jedoch mit seinem Gehäuse umgeht wie mit einem Kasten Bier, der sollte vielleicht seine Umgangsart überdenken, oder lieber doch die Festplatte ausbauen.
» Frage: "Wie nimmt meine Festplatte schaden? Was sollte ich tunlichst unterlassen?"
Antwort: Seit je her ist eine Festplatte etwas empfindliches und nicht wirklich robustes. Zwar sind 2,5"-Festplatten, die vornehmlich in Notebooks Verwendung finden, dafür ausgelegt auch mal kleinere Stöße und somit positive wie auch negative Gravitationskräfte abzufangen, wer sich jedoch an einige Spielregeln nicht hält, wird früher oder später seine Festplatte über den Jordan schicken. Tunlichst unterlassen sollte man jegliche Art von Stößen die auf die Festplatte direkt einwirken, wenn der Computer läuft. Einen Fall aus 10 bis 15 cm überlebt die Festplatte mit größter Sicherheit, auch ein etwas heftigerer Tritt gegen das Gehäuse sollte zu keinen ernsthaften Problemen führen - dies alles gilt jedoch nur für den abgeschalteten Zustand! Dies Grund hierfür ist darin zu suchen, dass wenn die Festplatte aus ist, sich die empfindlichen Schreib- & Leseköpfe in der sog. "Park-Zone" befinden. Dort liegen die Winzigen und empfindlichen Schreib- & Leseköpfe direkt auf und werden entsprechend zur Sicherung arretiert. Diesen Bereich nennt man auch "Landing-Area". Jedenfalls muss dann schon das Festplatten-Gehäuse durch eine hohe Torision- oder Druckraft verzogen werden oder die Elektronik gleich zerstört werden, um einen Defekt herbei zu führen. Im ausgeschalteten Zustand ist die Festplatte demnach relativ robust. Schaltet man jedoch den Computer an und der Elektro-Motor der Festplatte gibt so richtig "Stoff", so fangen die Schreib- & Lese-Köpfe an zu fliegen. Sie gleiten dann auf einem winzigen Luftpolster, diesen Effekt nennt man in der Physik auch "Bernoulli-Effekt".
Bild: (c) "wissen.swr.de" - Oben strömt die Luft schneller am Objekt
vorbei als unten. Dadurch entsteht ein Druckunterschied, der das
Objekt nach oben zieht bzw. drückt.
Gut was heißt das aber für uns? Sobald die Schreib- & Lese-Köpfe sich nicht mehr in der Landing-Area befinden, können sie durch einen heftigen Stoß - der zur einer schellen Anhebung bzw. Senkung der Gravitationskräfte führt - einen Aufprall auf den Rotationskörper der Platten herbeiführen. Zur Optimierung der Arbeitsgeschwindigkeit, sind die Schreib- & Leseköpfe so eingestellt, dass sie der Bernoulli-Effekt nur in einem winzigen Abstand über den Platten schweben lässt - genauer gesagt sind dies Abstände von wenigen Mikrometern.
Sollte es nun zu einem Aufeinandertreffen - wegen einem der erwähnten Vorfälle - zwischen den Beiden kommen, so ist es in der Regel um die Festplatte geschehen. Diesen "kleinen" Vorfall nennt man dann passenderweise "Headcrash". Daher ist es wichtig darauf zu achten, dass man der Festplatte möglichst wenig während ihres Betriebes zumutet. Wer sein Gehäuse im Raum verschieben möchte, der sollte es möglichst dann machen, wenn der Computer aus ist.
» Frage: "Schadet ein hoher FSB der HDD?"
Antwort: Nein, lediglich der IDE-Controller kommt in der Regel dann nicht mehr hinterher und sorgt für fehlerhafte Operationen innerhalb der Schreib- und Lese-Zyklen. Wichtige Backups sollte man daher möglichst mit stressfreien Komponenten-Einstellungen durchführen um "kaputte" Dateien beim Transfer zu vermeiden.
» Frage: "P-ATA-Rundkabel, selber machen oder kaufen?"
Antwort: Die Frage ist so alt wie das "Modding-Ding" an sich selbst. Das gerundete Kabel nicht nur schöner aussehen, sondern auch für eine bessere Luftzirkulation in eng bepackten Gehäusen sorgen, ist seit je her bekannt. Fertige Kabel sehen zum einem nicht nur besser aus, sondern sind auch in der Regel geschirmt und sind somit auch für längere Kabelstrecken geeignet. Soll jedoch nicht mehr als ~ 40 cm mit einem Kabel überbrückt werden, so kann man auch das Kabel selbst runden. Das Problem bei längeren Strecken liegt darin, dass die Kabel dann sehr nah und ungeschirmt beieinander liegen und durch das abgeschwächte Signal es durchaus zu Phänomenen wie dem aus der Kommunikationstechnik bekannten Nebensprechen kommen kann. Liegen nun am Master- und Slave-Stecker jeweils eine Festplatte an, so wird es kritisch bei mehr als ~ 40 cm ein sauberes Signal zu übertragen.
» Frage: "S-ATA oder P-ATA?"
Antwort: Mittlerweile kann man klar sagen, dass Serial-ATA klar P-ATA vorzuziehen ist. Preislich ergeben sich keine Unterschiede, jedoch durchaus welche in der Technik! Theoretisch können 150 statt 100 MIB pro Sekunde übertragen werden. In der Praxis sind S-ATA Festplatten aber selten schneller als P-ATA Festplatten. Der einzige zur Zeit ersichtliche Vorteil in S-ATA Geräten liegt darin, dass Hersteller kaum noch neue P-ATA Festplatten vorstellen sondern an den S-ATA Festplatten weiterentwickeln. So kann es durchaus sein, dass eine S-ATA Festplatte zwar nicht wesentlich viel schneller ist, jedoch wesentlich kühler und leiser ist, da sie vom Hersteller in der Zwischenzeit weiter entwickelt wurde als der P-ATA-Vorgänger. Weitere "Vorteile" sind Dinge, die man so bisher bei P-ATA nicht hatte, zum einen die Fähigkeit zum Hot-plugging und zum anderem ein ausgeklügelter Stromspar-Modus vom feinsten. So lässt sich beim Hot-plugging eine Festplatte im laufenden Betrieb hinzufügen oder austauschen. Der Stromspar-Modus ist vor allem für Notebooks sehr interrasant, da man hier viel Energie einsparen kann. So lässt sich die Festplatte in den "Partial"- und "Slumber"-Modus schalten. Dies hat zur Folge, dass eine Teilabschaltung erfolgt oder man die Elektro-Motoren in einen Schlummer-Modus schickt. Des Weiteren dürfen Kabel nun max. 100 cm lang sein - das ist im Vergleich zu P-ATA doppelt so viel - zur gleichen Zeit sind jene Kabel nur etwa einen Centimeter breit. Wer sperrige P-ATA Kabel mit 80 Adern kennt, der weiß das dies eine echte Neuerung ist. Erfreulich ist zudem, dass nun das neu vorliegende Festplatten-Angebot, dass für die S-ATA-Schnittstelle offeriert wird, zu vielen Innovationen führt. So können bereits sehr leistungsfähige Hosts auf Basis von Desktop-Komponenten aufgebaut werden. Eine SCSI-Schnittstelle ist nicht mehr unbedingt nötig, da die Western Digital Raptor WD740GD mit 10.000 1 / min Power ohne Ende bietet - zumindest in Relation zu den üblichen P-ATA-Festplatten.
Bild: (c) "chip.de" - Leute mit Server-Ambitionen finden in diesem Laufwerk ein grandioses Datenkarussell. Leistungswerte eines mittleren P-ATA RAID-0 mit nur einem Raptor WD740GD-Laufwerk sind das Non-Plus-Ultra für S-ATA.
» Frage: "On-Board- oder PCI-RAID?"
Antwort: Heutzutage verbauen fast alle Hersteller relativ hochwertige Controller, die sauber implementiert sind, so dass es keinen großen Unterschied machen sollte - zumindest für den Heimanwender. Es fehlt lediglich an Features für sehr große RAID-Strukturen, wer jedoch eine solche Lösung einsetzten möchte, der wird so oder so kein Desktop-Motherboard nutzen wollen. Was ist RAID?
» Frage: "Ist SCSI interessant?"
Antwort: Nein, jedenfalls im SOHO-Bereich (Small-Office / Home-Office) nicht. Gute S-ATA Festplatten beherrschen ähnliche Leistungswerte und kosten nur einen Bruchteil einer SCSI-HDD. SCSI bietet Vorteile die einem SOHO-User in der Regel nichts nutzen. Was ist SCSI?
Bild: (c) "wikipedia.de" - Blick auf eine offene Festplatte. Wie eine Festplatte genau funktioniert, könnt Ihr in der freien Enzyklopädie "Wikipedia" nachlesen.
» Frage: "Meine Festplatte ist immer noch laut, was kann ich darüber hinaus dagegen tun?"
Antwort: Zunächst sollte einem klar werden, wie überhaupt eine Festplatte im Grunde genommen funktioniert. Hierfür raten wir nochmals zum Eintrag aus der Wikipedia - der freien Enzyklopädie. Gut, die Festplatte verursacht auf jeden Fall ein wahrnehmbares Betriebsgeräusch, doch wo rührt dieses her? Was ist die Ursache? Die im Vorfeld breits besprochene Problematik mit den Motoren der Schreib- & Lese-Köpfen lässt sich mit den vorgestellten Akustik-Management-Programm nahezu ausmerzen, in Verbindung mit einer richtigen Entkopplung wie wir sie vorgestellt hatten sollte das Geräusch nahezu nicht mehr wahrnehmbar sein. Ist zusätzlich das Gehäuse an sinnvollen Stellen gedämmt oder gar komplett von innen abgedeckt, so kann man sicher davon sprechen, nicht ein einziges Zugriffsgeräusch wahrnehmen zu können. Wer hier noch etwas hört, der gehört zu den Fanatikern die sich selbst von ihrem eigenen Atemgeräusch gestört fühlen. Anders als mit einer Dämmung ist dem lauten Laufgeräusch des ggf. schlecht gelagerten Elektromotors nicht beizukommen.
Bild: (c) "samsung.com" - Rot sind die besonders lauten Quellen einer Standard-Festplatte dargestellt. In diesem Fall der "Motorraum" für den Antrieb.
Alles klar, die Zugriffsgeräusche tendieren jetzt gegen Null - doch was ist mit dem monotonen Laufgeräusch, welches einem im Ohr als schriller Piep-Ton dröhnt. Nun - hier macht uns der Elektromotor einen Strich durch die Rechnung. Weder das Experimentierfreudige anschließen an 5 statt 12 Volt - noch eine Entkopplung macht in Null Komma nichts aus einer Festplatte - die ein wirklich lautes Laufgeräusch hat - eine leise Festplatte. Es hilft praktisch nichts, außer dem Kauf einer anderen -- vor allem leiseren - Festplatte oder die hartnäckige Dämmung. Wenn man irgendwo an der Schwelle zwischen "erträglich" & "unerträglich" ist, hilft eine Dämmung mit Bitumen und wo es vom Platz zusätzlich noch geht mit ggf. Schaumstoff. Hier sollte vor allem rund um den Raum wo sich die Festplatte befindet möglichst doppelt mit Bitumen geklebt werden. Ist das Gehäuse zusätzlich ordentlich gedämmt und die Festplatten mit ausreichender Kühlung versorgt, kann man unter optimalen Bedienungen auch sehr gute Ergebnisse erzielen. Das besonders markante und unangenehme Laufgeräusch wirkt dann wesentlich "dunkler" und leiser vom Grundton her und kann als "in Ordnung" bezeichnet werden. Ob sich der finanzielle Aufwand lohnt, ist eine andere Frage. Bevor man sich für mehr oder weniger 100,- Euro an Zubehör in den Einkaufswagen packt, sollte man vielleicht "Gegen-Checken" was eine neue, größere und vor allem leisere Festplatte kosten würde. Als besonders empfehlenswert haben sich hier in erster Linie Samsung Festplatten mit einer Drehfrequenz von 5400 1/min hervorgetan - wobei auch Seagate und eingeschränkt bestimmte Modelle von Westen Digital und Maxtor in Ordnung gehen. Wer noch altmodisch seine Hardware in "Real-Life" Geschäften einkauft, der sollte die Chance nutzen und sich einige Modelle bei offenem Gehäuse mal vorführen lassen. Der Unterschied zwischen den einzelnen Festplatten wird einen umhauen. Denn: Was viele nicht wissen, die Festplatten beherrschen nicht nur "SMART", sie sind auch fast so schnell! Gemeint ist wieder der Kleinwagen, der im Vorfeld Erwähnung fand. Misst man die rotierende Trägerplatte einer 3,5"-HDD - so kommt man auf 8,89 cm. Dies ergibt mit Hilfe der Zahl "Pi" ~ 3,1415 (3.1415926535897932384626433832795) eine Kreisbahn von ~ 29,3 cm. Rechnet man nun dies durch eine Multiplikation auf die von dem Motor ausgehenden Umdrehungen pro Minute (1/min) hoch -- unter Beachtung der Umrechnung von m/s auf km/h -- so kommt man bei einer handelsüblichen 7.200 1/min Festplatte auf beachtliche 126,57 km/h. Eine 5400er erreicht immerhin noch eine Geschwindigkeit von 94,93 km/h. Ist man sich dessen bewusst, so wird einem auch schnell klar, wieso eine High-End-Festplatte auch so laut ist. Also immerhin in etwa die Geschwindigkeit die man aus dem im Vorfeld erwähnten SMART prügeln kann. Dabei ist es höchst erstaunlich, mit welcher Präzision bei dieser Rotations-Geschwindigkeit die einzelnen Bits Stück für Stück gesetzt werden.
» Frage: "KByte, KiB, Kibibyte, Kilobyte, KBits, kB, kb... Hilfe! Ich bin verwirrt."
Antwort: Keine Sorge, es gibt ja noch TtecX.com :-) Im Grund genommen dürfte sich diese Frage gar nicht stellen. Jedoch ist in dem täglichen Zahlenkrieg die eigentliche Bedeutung der Einheiten komplett verloren gegangen, jedenfalls fällt es dem Großteil der User sehr schwer auch korrekt mit den zum Wert dazugehörigen Einheiten umzugehen. Dies merken wir u. A. in unseren Foren Tag für Tag. Schluss damit! Grundlegend gibt es nur das eine Bit! 8 Bit im Verbund ergeben ein Zeichen und somit ein Byte - der Zeichensatz ist auf 2^8 = 256 Möglichkeiten festgelegt. So weit dürfte eigentlich jeder gekommen sein, jedoch darüber fängt schon das große Elend an. So richtig einig über das "wie und was" ist sich irgendwie dennoch keiner. Da gibt es ein mal: KByte & KBit und das neue "KiB". Fakt ist, dass seit der Vorstellung des 60027-2 Standards der IEC (International-Electrotechnical-Commission) im IEEE im November 2000, es immer noch falsch gemacht wird. Dieser besagt, dass man in Zukunft doch bitte von den SI-Vorsilben aus der Physik absieht ([...] Nano, Mikro, Milli [...] bis Kilo, Mega, Giga, Tera [...]) bzw. sie doch verwendet aber richtig. Gemeint ist das Definitions-Problem von z.B.: Dem Kilobyte. Kilo heißt eben 1000 (1 * 10^3) und nicht 1024. Ein GHz (Gigahertz) besteht ja auch aus 1000 MHz (Megahertz) und nicht aus 1024 MHz. Die Lösung: Man nimmt das "KiB" (Kurzform: "Kibibyte" oder Langform: "Kilo-Binary-Byte") für 1024 Byte und richtigerweise das Kilobyte für 1000 Byte. Der Unterschied zum gebräuchlichen "Non-Binären-Kilo" liegt in der Basis von zwei, wo hingegen das normale Kilo eine 10er Basis besitzt. Doch die Leute von der "Wahrheit" zu überzeugen ist schwerer als man es sich oft vorstellt, oder was meint Ihr wieso die Amerikaner bis heute mit Maßeinheiten aus dem Mittelalter herumhantieren? Zunächst die genaue Definition des xiB-Stadards:
Bild: (c) "iec.ch" - Der Zusatz "i" steht hierbei für "binary".
Selbst dem geneigten Computer-Bild-Leser dürfte jetzt ein kleines Licht aufgegangen sein. Jene werden nämlich auch übrigens in regelmäßigen Zeitabständen von Herstellern jeglicher Speichermedien über den Tisch gezogen. Jedenfalls war es bis zum 60027-2 Standard nicht ganz christlich auf ein mal sich doch komplett an die Definition der SI-Vorsilben zu halten und so aus einer 37,2 GiB Festplatten mal eben eine 40 GB Festplatte zu machen, nur weil diese eine Kapazität für 40.007.729.152 Bytes darstellt. Um so größer die Festplatte um so "krasser" ist auch der Unterschied. Wer sich bis hier hin mit der Problematik der beiden Zahlen "1000 & 1024" immer noch nicht bewusst ist, dem können wir auch nicht mehr helfen. Jedenfalls werden wir hier bei uns nach wie vor die "neuen" Einheiten KIB für KByte, MIB für MByte & GIB für GByte verwenden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es "noch" lediglich die Festplatten-Hersteller, die sich strikt an die SI-Definition halten und dies aus gutem Grund. Geben sie die Speicherkapazität nach Si-Definition an, dann können sie rund 2,4 Prozent mehr angeben, als tatsächlich nutzbar ist.
Bild: Das "Kilo" hätte nie im Zusammenhang mit dem 2^10 Byte
Computer-System in Verbindung gebracht werden dürfen.
Ein ganz klarer Fehler aus der Anfangszeit. Wahrscheinlich von einem Amerikaner zu verantworten, diese haben es ja wie erwähnt nicht ganz so mit dem Metrischen- & SI-System. Jene Unternehmen wie die der Festplatten-Fabrikanten, die etwas davon haben, werden sich immer auf die SI-Definition berufen - das der Computer aber trotzdem 192 Bits mehr für ein KByte braucht, als man nach der SI-Definition annehmen würde, ist leider dennoch Fakt! Ein weiteres Phänomen sind die Einheiten für Übertragungsraten von Daten. Dieser Irrglaube ist leider noch sehr viel weiter verbreitet als das 1000 / 1024 Weh-Wehchen. Die Sachlage ist folgende, es existieren parallel das KBit/sec, das KBit/s sowie das KBitps. Dies alles sind praktisch ein und das Selbe und nicht mit den xByte-Einheiten zu verwechseln! Beachtet, dass hier das "Bit" und das "Byte", welches nach der SI-Vorsilbe als Sufix gesetzt wird. Wenn man es genau nimmt, dann darf eigentlich die Sekunde an sich nur mit 's' abgekürzt werden, dies ist Norm, doch da schert sich auch keiner drum. Jedenfalls nehmen wir für den weiteren Verlauf "KBit/s" (x * 10^3 * Bit pro Sekunde). Nach neuem IEEE-Standard entpricht demnach
1 MBit/s genau 122,07 KiB/s
Da 1 MBit/s gleich 1 * 10^6 Bit und somit 125 * 10^3 Byte (122,0703125 KiB) entspricht. Eigentlich eine total simple Sache, jedoch darf man von den heutigen Kindern nicht mehr verlangen, dass sie lesen und schreiben - geschweige denn rechnen können. Das Problem ist einfach das, dass bei KByte das PI-System mit dem Tausender-System missachtet wird, bei KBit wiederum nicht. Konfus, ist aber so. Gut, dies ist also die Maßeinheit für Datenübertragungs-Geschwindigkeiten. Eine ganze Zeit lang hatte man diesen Wert in "Baud" (nach Jean-Maurice-Émile Baudot, 1845 - 1903) angegeben, da man bei frühen Modems auch genau ein "Symbol" pro "Schritt" übertragen hat, so wie es in der klassischen Fermeldetechnik der Fall war, wo die Baudrate auch ihren Ursprung hat. Da dies auf heutige Technologien nicht mehr zutrifft, hat man die Einheit KBit/s geschaffen: Sozusagen die "Bitrate".
Bild: (c) "klm-tech.com" - Ein 300 / 1200 Baud-Modem nach dem Vorbild des "Home Brew AM79101".
Gut - zum Schluss noch ein kleines Rechenbeispiel: Wenn man nun über ein 100 MBit/s Netzwerk verfügt, dann hat man folglich auch eine maximale Übertragungsrate von 12,20 MIB/s (100 mal 122,07). Denn: Es soll ja Menschen geben, die denken, dass wenn sie sich ein "100 MBit/s Netzwerk" aufgebaut haben, dass auch dies "wie 100 MByte die Sekunde" ist. Die Begründung: Beides "klingt" ähnlich und fängt mit "MB" an. Unaufgeklärte sollte man am Besten in ihrem Irrglauben belassen, da können schließlich ganze Welten dahinter einstürzen. Bei einem 10 MBit/s Netzwerk hat man auch folglich eine maximale Übertragungsrate von 1,22 MIB/s. Das vermeintliche "Giga-Byte" schnelle GBit/s-Netzwerk, dass so langsam immer mehr und mehr auf dem Markt auf Touren kommt, weil Switches und NICs immer günstiger werden, ist demnach maximal 122,00 MIB/s schnell. Beachtlich! Wenn man jedoch die maximalen Datenübertragungsraten von Festplatten anschaut - selbst von guten S-ATA Laufwerken - so wird man erkennen, dass man das GBit/s-Netzwerk, wenn überhaupt, nur zur Hälfte, oder etwas darüber, ausreizen kann. Zumindest mit der üblichen SOHO-Hardware. Zudem müssten beide Computer über eine ähnlich schnelle Festplatte verfügen, damit der Geschwindigkeitsvorteil überhaupt genutzt werden kann. Denn, was nutzt es, wenn der eine zwar mit knapp 120 MIB/s senden kann, der Andere trotz des Arbeitsspeichers als Puffer nach einer Weile jedoch nur mit 30 MIB/s empfangen kann (Bei Dateien >= RAM-Kapazität). Wer zwar über keine High-End-Festplatte verfügt, aber sich dennoch nicht mit 12,20 MIB/s seines 100 MBit/s-Netzwerks zufrieden geben will, der kann das Upgrade auf ein GBit/s-Netzwerk durchaus wagen. Wobei hier an dieser Stelle gesagt werden sollte, dass man diese errechnet Werte selten so in der Praxis erreicht. Wenn man Glück hat und hochwertige Komponenten verwendet, so erreicht man dennoch gut und gerne ~ 70 bis 80 Prozent (Stichwort: Data-Overhead) - doch dies nur am Rande. Was für das Heimnetzwerk seine Gültigkeit hat, gilt natürlich auch in voller Härte für das Internet. Hier im Anhang eine kleine Tabelle mit gängigen Internet-Anbindungen mit den Werten die rein physikalisch maximal möglich sind. Kleine Abstriche sind natürlich auch hier zu treffen.
Bild: Fehlende Verbindungen können
ganz einfach selbst berechnet werden:
Hierfür den KBit-Wert mit "0,12207" multiplizieren.
Nachtrag
Bei der Fülle an Informationen, die wir versuchen Euch zu liefern, kommt es - wie bei jedem anderem Informationsmedium - nun ein mal vor, dass auch Falsch-Informationen sich unter die Richtigen mischen. Wir danken an dieser Stelle unserem Leser Benjamin Reiter, der einen Fehler in der Beschreibung der Funktionsweise der Festplatte fündig geworden ist. Zitat: "Seit etwa 15 Jahren haben Festplatten keine Stellmotoren mehr, sondern arbeiten mit starken Permanentmagneten und Präzisionsspulen. Siehe auch: Eine große Herausforderung stellt die exakte Positionierung des Schreib-/Lesekopfes dar. Bei nur 7 µm Spurabstand und 50 nm Flughöhe, bei ständig wechselnden Temperaturen und den damit verbunden Ausdehnungen der Plattenoberflächen, verschiedenen Vibrationen und Stößen ist das präzise Ausrichten der Köpfe eine schwierige Aufgabe, die heute mittels elektromechanischer Servos (oder voice-coil-actuators) und komplizierter Regelkreise bewältigt wird. Es existieren zwei primäre Positionierungstechniken: Dedizierte und eingebettete Servoinformation. Bei der dedizierten Version verwendet das Laufwerk eine Plattenoberfläche ausschließlich zur Speicherung der Servoinformation, während alle anderen Schreib-/Leseköpfe in Abhängigkeit dazu bewegt werden. Da dies insbesondere bei Laufwerken mit wenigen Platten einen signifikanten Speicherplatzverlust darstellt, arbeitet man heute meist mit der zweiten Methode. Hier werden die Servoinformationen zusammen mit den Benutzerdaten abgespeichert. Der Kopf wird hier über einer Spur positioniert, wo er den Servoimpuls liest und an die Laufwerkselektronik weitergibt. Diese positioniert den Kopf dann derart, daß der Impuls maximiert wird (nur bei genauer Position über der Spur). Diese Technik erkennt man an den meist etwas geringeren Schreibraten für zufälliges Schreiben, da hier eine genaue Positionierung des Kopfes wichtig ist. Der Lesevorgang ist weniger kritisch, da bei einem Fehler bis zum nächsten Durchlauf der Daten gewartet werden kann [...]". Quelle: http://www.nt.fh-koeln.de/fachgebiete/inf/diplom/disks/visual2.html
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