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Von Tobias Topyla am 12.10.2004 veröffentlicht.
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Intro
Dieses Jahr war unser Sommerloch - was die Berichterstattung angeht, zwar etwas länger als sonst - nicht zuletzt wegen Personalschwund - wir sind jedoch mental in voller Stärke zurück und bieten Euch wieder neuen Lesestoff! Immerhin ist es jetzt in unserer nun fast schon dreijährigen Geschichte das Erste Mal vorgekommen, dass es über einen ganzen Monat lang keinen neuen Report gegeben hat. Wir sind nun aber mit voller Kraft zurück! Mit dem Office-Computing-Report gehen wir einigen Sachen auf den Grund, die nicht nur uns sondern auch garantiert Euch interessieren. Los geht es: Hat Dein Computer eigentlich genug Leistung? Liegen wir richtig, ja? Wird diese jedoch auch immer in Ihrer Gesamtheit abgefragt und liegt nicht größtenteils brach? Nun, wer hier diese Fragen mit einem klaren "JA!" beantworten kann, der verwendet entweder ältere Hardware oder gehört zu diesen unbeschreiblichen Gamern. Wir möchten uns dieses mal jedenfalls mit dem Thema "Office-Computing" auseinandersetzen und erörtern, weshalb ein 3,0 GHz Rechenbolide nichts an Orten zu suchen hat, an denen für ihn keine Leistungsabfrage erfolgt. Und wenn der "Neue" doch ein Office-Computer werden soll, so klären wir in unserem Guide auf, was beim Kauf zu beachten ist, darüber hinaus sehen wir uns ein aktuelles System eines Versandhändlers an und beurteilen diesen nach unseren Grundsätzen. Viel Spaß beim lesen!
3 GHz? Nein - Danke!
Weshalb ist das so oder sollte jedenfalls so sein? Zunächst möchten wir hier die Zielgruppe für diesen Report genau offen legen. Angesprochen fühlen sollen sich jene, die sich im SOHO-Bereich bewegen (Small-Office & Home-Office). Wollen wir uns von der Marketing-Maschinerie nichts vormachen lassen. Der aktuelle "ALDI-PC" ist jedenfalls nicht das was man unbedingt benötigt um normale Aufgaben abzuarbeiten. Zwar stellt dieser Computer aus diesem Beispiel in der Regel ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis dar, doch das ist jetzt nicht das Thema. Wieso also zu einem "Billig-PC" greifen? Die Antwort ist ganz klar. Es gilt die Maxime: "Den Computer bitte nach Maß wählen". Man sollte also immer schauen, dass man genau so wenig bezahlt wie möglich und so viel wie nötig. Jeder Euro, denn man in zusätzliche Leistungs-Reserven investiert ist ein Euro zu viel. Auf Vorrat kaufen lohnt in den seltensten Fällen, man könnte sogar sagen nie! Wer einen zusätzlichen Computer braucht, der einfach kleinere Aufgaben zu erledigen hat, der sollte auf jeden Fall unseren Guide befolgen um nicht an der falschen Stelle zu sparen, jedoch auch nicht zu viel auszugeben.
Gut was soll die Kiste können?
Diese Frage ist leicht zu beantworten: Im Grund genommen das was wir Abfragen. Da wir uns hier im SOHO-Bereich bewegen, steht exorbitant hohe 3D-Leistung mal heute nicht an erster Stelle, man könnte sogar sagen - wir brauchen keinen 3D-Chip. Da diese aber bereits oft auf entsprechenden Low-Cost-Motherboards integriert sind, kann man ruhigen Gewissens sich auf diese Lösung "einlassen". Ganz simpel gesagt fordern wir eine reine Rechen-Rohleistung von etwa 1,0 GHz bis 2,0 GHz zur Erfüllung aller anfallenden Aufgaben, die von den üblichen Anwendungen gestellt werden (Internet, Text, Multimedia). Die angeschlossenen Rest-Hardware sollte eine große Speicherkapazität aufweisen und bei niedrigen Zugriffszeiten arbeiten um lästigen Wartezeiten aus dem Weg zu gehen. Darüber hinaus sollte es möglich sein, Externe-Hardware mit aktuellen Schnittstellen anzuschließen sowie zum späteren Zeitpunkt innerhalb der Plattform Hardware-Upgrades durchzuführen, welche die Leistung im positiven Sinne erhöhen. Nach Möglichkeit sollte man auch von dem arbeitendem Gerät möglichst wenig mitbekommen. Das bedeutet, dass alle mechanischen Bauteile wie Laufwerke und Lüfter möglichst leise sind. Zusätzlich sollte beachtet werden, dass jene mechanisch beanspruchten Bauteile auch langlebig sein sollten und eine bestimmte Standzeit vom Hersteller ausgeschrieben besitzen sollten - z.B.: Hochwertige Lüfter der Unternehmen ebm-papst und Delta Electronics. Insgesamt also alles Forderungen, die sich erfüllen lassen bzw. bereits vor 3 bis 4 jahren "State-of-the-Art" und in Komplettsystemen durchaus üblich waren. Besprechen wir doch am besten gleich alle einzelnen Komponenten für sich selbst.
Das Gehäuse & Netzteil
Fangen wir zunächst hier an, da unserer Meinung nach hier die leichteste Entscheidung zu fällen ist und vergleichsweise wenig zu beachten ist. Wer ein Haus bauen möchte, der besorgt sich schließlich auch zuerst die Mauern und das Dach. Die "Innenausstattung" ist später dran, so auch bei uns. Bei der Gehäusewahl sollte zunächst die Größe eine Rolle spielen. Wie viel Stell-Platz ist vorhanden? Wie viele Geräte und vor allem welcher Motherboard "Form- / Size-Factor" wird verwendet. Man unterscheidet zunächst zwischen folgenden verbreiteten Gehäuse-Varianten.
Natürlich gibt es darüber hinaus weitere Gehäuseformen wie HTPC-Slims, Cubes, HEs usw. - jedoch möchten wir uns hier auf die gängigen Formate beschränken. Ist das zu verwendende Gehäuse ausgewählt, gilt es ein passendes Netzteil auszusuchen - wenn es nicht schon ein geeignetes beim Gehäuse dabei sein sollte. Netzteile mit astronomischen Leitungsangaben, zusätzlichen oder bunten Lüftern sind hier zunächst nicht gefragt. Erste Priorität sollte hier auf ein nicht zu lautes aber dennoch leistungsstarkes Gerät gelegt werden. Jenseits der ~ 150 Watt "Combined-Power" ist man selbst bei einem etwa wilderen Office-Computer gut aufgehoben. Die Combined-Power, die sich aus der 3,3 und 5 Volt Schiene zusammensetzt, wird dabei ebenfalls in Watt angegeben und bezieht sich auf die wichtigen Spannungs-Schienen die letztendlich eine Vielzahl der wichtigsten und "hungrigsten" Geräte bedient, wie u.A.: Den Prozessor. Einzig "neuere" Intel Prozessoren wie der Pentium 4 oder Celerons für den gleichen Sockel, verlangen zusätzlich Leistung aus der 12 Volt Spannungs-Schiene. In diesem Fall sollte man neben der Combined-Power auch die Gesamt-Leistungsangabe beachten. Zwar mogeln hier sehr viele Hersteller, was die Leistungsangabe angeht, jedoch sollten ein Großteil der erhältlichen "350 Watt"-Netzteile ausreichend sein. Ein paar weitere Euros hier mehr auszugeben kann erfahrungsgemäß viel Ärger vermeiden. Daher möglichst im Vorfeld einige Modelle untereinander vergleichen! Dazu ein Beispiel an einem 380 Watt Modell eines beliebigen Herstellers. Die Angaben stammen direkt vom Typenschild:
Hört sich doch Prima an, oder? Sollte die Combined-Power nicht angegeben sein, dann kann diese einfach selbst nachgerechnet werden. Hierfür wird der angegebene Ampere-Wert mit der Spannung multipliziert:
Wie wir sehen, gibt man hier als maximale Combined-Power ganze 200 Watt an. Typischerweise ist die maximale Leistung, die aus beiden Spannungs-Schienen gleichzeitig erhalten wird, wesentlich geringer als die Summe der einzelnen Schienen. In dem Beispiel eben höchstens die der 5 Volt Schiene. Das würde der Angabe auf dem Typenschild nach bedeuten, dass sobald die 5 Volt Schiene maximal belastet wird, keine Reserven mehr auf der 3,3 Volt Schiene übrig sind! Die Leitungen beschränken sich demnach also gegenseitig. Ist eine von beiden stark belastet, ist auf der Anderen auch weniger Leistung verfügbar. Wie man an diesem Beispiel sieht, beträgt die gesamte verfügbare Leistung auf der 3,3 und 5 Volt Schiene auch gerade etwas mehr als die Hälfte der Gesamtleistung des Netzteiles. An dieser Stelle setzt "TruePower" von "Antec" an. Die Firma Antec verwendet eigene Transformatorspulen für jede einzelne Spannungs-Schiene. Das bedeutet, dass es keinerlei Grenzen für die übliche Combined-Power-Angaben gibt - eine Schaltnetzteilserie, die auch von Ingenieuren und nicht von Hobbybastlern entwickelt wurde. Jedenfalls gelten innerhalb der Gesamtleistung keinerlei Limits. Erst mit einem Feature wie True-Power (eng. "Echte Kraft") bekommt der Wert der Gesamtleistung seine richtige Bedeutung. Leider finden wir dieses Feature, dass auch so beschrieben ist, erst bei Antec. Es könnte durchaus sein, dass bestimmte Hersteller mit ähnlichen Verfahren arbeiten, jedoch geben diese in den wenigsten Fällen Auskunft über den genauen Aufbau. Wir können daher an dieser Stelle, zum jetzigen Zeitpunkt nur Antec-Netzteile empfehlen, sofern es um höchst mögliche Leistung geht - doch das nur am Rande. Für den hier zu besprechenden Office-Computer reicht in aller Regel ein ordentliches 300 Watt - oder gar -- wenn es hochwertig genug ist -- 250 Watt Netzteil z.B.: Aus dem HEC- und FORTRON-Sortiment. Wer sich nicht sicher ist, was sein System am Ende verbraucht - der kann ruhigen Gewissens eine Stufe höher greifen. Entsprechend hochwertige 350 bzw. 400 Watt Netzteile gibt es mittlerweile für weniger als 75,- Euro. Sollte das Gerät zu Problemen führen, so gibt es ja immer noch die Möglichkeit es gegen ein entsprechend höherwertiges Gerät auszutauschen. Eine Auswahl einiger interessanter Netzteile findet sich z.B.: Im Online-Shop von "goowi".
Motherboard / CPU / RAM
Die Letztendlich für die Leistung Maßgebenden Komponenten sollten mit Bedacht ausgewählt werden. Zunächst sollte einem klar sein, was man genau braucht. Sollen wirklich nur simpelste Office- und Multimedia-Anwendungen auf diesem Computer zum Einsatz kommen, so könnte die kompakte VIA EPIA-Plattform, die wir Euch bereits hier vorgestellt hatten - genau das Richtige sein. Dank der kompakten Platinengröße von 17 * 17 cm (Mini-ITX) und dem integriertem C3 1 GHz Prozessor auf Cyrix-Basis, ist der EPIA ein Stromspar-Wunder ohne Konkurrenz. Wenn man nun noch bedenkt, dass sich bei Bedarf mit einigen Tricks (wir berichteten) auch rund 30 Prozent mehr Leistung aus ihm prügeln lässt, so könnte man bei einem Einstiegspreis von mittlerweile ca. 100,- Euro doch schwach werden. Einzig der von uns vor kurzem vorgestellte AMD GEODE bietet mehr Leistung bei weniger Stromverbrauch. AMD scheint jedoch noch am Konzept zu feilen, jedenfalls ist seit bekannt werden der Information, dass es ihn gibt, wenig passiert - jedenfalls was Presseinformationen über das Veröffentlichungsdatum angeht. Wenn AMD auf keinen Fall vor VIA die Kurve bekommt, so könnte der Neue und bald erscheinende C3 (wir berichteten) seine Markanteile weiter ausbauen und es AMD praktisch nicht mehr ermöglichen, mit in das aufblühende Mini-ITX-Geschäft einzusteigen. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Die IT-Welt ist bekanntlich einem dauerhaften Wandel unterzogen.
Bild: (c) "opendreams.net" - Der AMD Athlon XP stellt zur Zeit die erste und günstige Wahl für einen guten Office-Computer dar.
Wenn es von allem ein bisschen mehr sein darf und die Platinen- und somit Gehäuse-Größe ein Tick größer ausfallen darf, sowie auch mal ein Lüfter im Gehäuse Euch nicht weiter stört, so kann man bedenkenlos zu einem größeren System greifen. Vorteile liegen auf jeden Fall in der besseren Erweiterbarkeit, höherer Leistung und dem sehr viel geringerem Einstiegspreis. Wobei hier ausdrücklich AMD zu empfehlen ist. Dies liegt zum einem daran, dass Pentium 4 Motherboards bei gleicher Ausstattung in der Regel einfach immer mehr kosten als ein Sockel-A Motherboard und zum anderen daran, dass AMD-Prozessoren bei gleichem Takt sehr viel effizienter Arbeiten als es ein Intel-Prozessor im Moment vermag. So ist es gang und gäbe, dass ein AMD Athlon XP 2000+ / 2100+ - der im Einkauf gerade ~ 50,- Euro kostet und sich hervorragend für einen Office-Computer eignet - genau so viel leistet wie ein Intel Pentium 4 2,0 GHz, der dagegen immer noch für horrende ~ 100,- Euro über den Ladentisch geht. An diesem Beispiel sehen wir nun also, weshalb es also doch ein AMD werden soll, sofern das einzuhaltende Budget an erster Stelle steht und eine bestimmte Takteffizienz einem wichtig ist. Wobei selbst wenn es "ein bisschen mehr kosten darf", so wäre es dennoch irgendwie irrsinnig, mehr als das Doppelte für eine CPU auszugeben, wenn es auch "einfacher geht". Klar: Der Intel Pentium 4 hat hier und da seine Vorteile, jedoch soll das heute mal nicht unser Thema sein. Die üblichen "AMD vs. Intel"-Artikelchen überlassen wir mal den Jungs mit dem Hammer im Logo.
Bild: (c) "tomshardwareguide.de" - Futter für die Foren-Trolls: "Nichts geht über INTEL / AMD rulezzz" etc.
Es soll also auf jeden Fall für unseren Bürorechner ein AMD-System werden. Gut, sehen wir uns mal die Prozessoren an, die in Frage kommen könnten. Aufgeführt sind alle AMD Sockel-A CPUs oberhalb der 1 GHz - jene Grenze die wir uns im Vorfeld als Mindestanforderung gesetzt haben. Es fehlen die "MP"- und "Mobile"-Varianten, da diese für einen Office-Computer wenig Sinn machen, da das Preis-Leistungs-Verhältnis hier nicht ganz mit unserer Zielsetzung übereinstimmt. Der seit kurzem erhältliche "Sempron" ist im Grunde genommen auch ein "Athlon" (wir berichteten). AMD verwertet mit dem Sempron noch Restbestände an Thorughbread-Kernen und macht damit darüber hianus ein paar "Extra-Kohlen". Getreu dem Motto "Neuer Name - Neues P-Rating", hat man einfach das seit der Einführung des Athlon XP im Jahr 2001 kaum veränderte P-Rating ("Pentium-Rating", z.B.: '2400+' real 2,0 GHz - Leistungsverhältnis zum Intel Pentium 4) ordentlich nach oben korrigiert um für eine alte CPU noch ordentlich Geld abzugreifen. So wird der AMD Sempron mit 1,66 GHz als 2400+ verkauft - der Baugleiche dafür aber "alte" AMD Athlon XP mit Thorughbred-Kern dagegen hatte noch ganze 2,0 GHz bei einem P-Rating von 2400+. Beachtet man nun die Tatsache, dass die Preise kaum nach unten gesetzt wurden (Plus-Minus 10,- Euro), so kann man von ganz klarem Etikettenschwindel sprechen! Wir können daher lediglich zu den aufgeführten Prozessoren raten, es sei denn Euer Händler führt keine Athlon XPs mehr, so müsst Ihr Euch dem Sempron und dessen Marketinglüge unterwerfen und entsprechend nach oben korrgieren (2800+ statt 2400+ usw).
Dunkel-Grau markiert sind die noch vereinzelt erhältlichen, aber von uns aus nicht wirklich empfehlenswerte CPUs. Hierbei handelt es sich um alte Restbestände von Durons mit Morgan-Kern und Athlon XPs mit Palomino-Kern. Diese CPUs wurden noch in einer 0,18 µ (180 nm) Halbleiterstruktur gefertigt - im Vergleich zur 130 nm Halbleiter-Struktur ist die nur 50 nm größere Struktur jedoch mit einigen Nachteilen belegt. Die Transistoren sind durch die größere Struktur dementsprechend etwas größer und benötigen dadurch mehr Spannung um auch bei höheren Frequenzen korrekt zu arbeiten (Schwellenspannung). Durch die höhere Spannung entsteht eine größere Wärmeverlustleistung die in Form eines stärkeren und somit lauteren Lüfters abgeführt werden muss. Wer sich zum Ziel gesetzt hat, einen möglichst leisen Computer auch ohne Wasserkühlung zu bauen, der sollte hier aufpassen. Lasst Euch am Besten von Eurem Händler den genauen Kern bzw. den aufgedruckten VCore-Wert ("Voltage-on-Core" - Spannung die der Prozessor erfährt) durchgeben, so könnt Ihr genau nachprüfen, welche CPU Ihr im Begriff seid zu kaufen. Dies ist insofern wichtig, da einige Modelle mit gleichem Takt, jedoch mit verschieden Kernen ausgeliefert wurden - jene sind in der Tabelle zusätzlich Hell-Grau markiert! Als Faustregel gilt, dass Palomino- bzw. Morgan-Kerne immer mit 1,75 Volt-on-Core angefahren werden - 130 nm CPUs dagegen immer mit 1,65 Volt oder weniger.
Steht die CPU fest, gilt es ein passendes Motherboard zu finden. Erhältlich sind viele Chipsätze - von AMD, SIS, NVIDIA bis VIA sind alle nennenswerten Hersteller am Markt. Wobei jeder einzelne noch ein Mal mehrere Versionen seines Sockel-A Chipsatzes ausliefert - kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Sockel-A im kommenden Sommer 2005 sein fünf jähriges Jubiläum feiert! Wirklich empfehlenswert sind jedoch nur der NVIDIA nForce2, alle VIA-Chipsätze ab dem KT333 und sämtliche SIS 74x. Für unseren Office-Computer sollten vor allem die Versionen in Augenschein genommen werden, die neben einer Netzwerkanbindung und dem obligatorischen Sound auch einen Grafik-Chip bereits On-Board haben (NVIDIA nForce 2 IGP, VIA KM400 und SIS 741/GX). Entsprechende Platinen kosten im Handel zwischen 39,- und 79,- Euro und bieten in der Regel genügend Schnittstellen um moderne USB 2.0 oder Fire-Wire-Geräte anzuschließen. Passender Arbeitsspeicher darf natürlich auch nicht fehlen und sollte je nach ausgewählter CPU gewählt werden. Die Kapazität sollte nicht weniger als 256 MIB betragen. Mehr macht unserer Meinung nach für einen Office-Computer auch keinen Sinn. Es sei denn man möchte unbedingt Microsoft Windows XP einsetzen, so wären 512 MIB wesentlich "angenehmer" zu fahren und 1024 MIB der Zenit der Leistungssteigerung in Relation zum Preis.
Die Wahl der Laufwerke erfordert vor allem bei einem Office-Computer ein wenig Fingerspitzengefühl. Arbeitet man sehr oft mit großen Datenmengen, so sollte auf jeden Fall eine etwas schnellere Festplatte den Platz im Computer finden oder gar zwei um eine physikalische Trennung zwischen Betriebssystem und Anwendungsprogrammen zu schaffen. Ansonsten sollte man Wert auf einen möglichst leisen aber dennoch großen Festspeicher setzen. Weniger als 40 GIB sollten es heutzutage nicht mehr sein, da der Aufpreis marginal ist und größere und somit neuere Festplatten in der Regel eine überarbeitete Mechanik besitzen. Wie man seine Festplatten im Einzelnen noch optimieren kann und worauf man besonders sein Augenmerk legen sollte, kann in unserem HDD-Opimization-Guide nachgelesen werden.
Bild: Weitere Informationen bitte diesem weiterführendem Report zum allgemeinen Thema HDD entnehmen.
Die Wahl der Ein- & Ausgabegeräte überlassen wir komplett Euch selbst - da dies sonst zu weit in das Detail des Reports gehen würde. Es sollte lediglich auf ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis und auf eine entsprechende Ergonomie viel Wert gelegt werden, wobei diese höher angesiedelt sein sollte als den letzten Euro zu sparen. Dies jedoch wie eigentlich bei allen Dingen, mit denen der Körper letztendlich in "Kontakt" kommt, geregelt werden.
Das "goowi"-Komplettsystem
Im Vorfeld sprachen wir das Thema bereits an, wir wollen uns als Beispiel ein gutes Office-Komplettsystem aus der mittleren Preisklasse ansehen. Hierfür suchten wir eines aus, dass all unsere Forderungen aus dem vorangegangen Text erfüllt. Das Systemshaus "goowi" aus Wiesmoor bei Wilhelmshaven, bietet hierfür ein gutes Beispiel. Fangen wir doch gleich mit den nackten Zahlen an, damit von Anfang an klar ist, was geboten wird. Der Auszug aus dem Online-Shop:
Bild: "goowi.de"
Wie wir sehen, bildet wie von uns empfohlen ein AMD Athlon XP die Basis. Unterstützt wird der mit 1,66 GHz (2000+ P-Rating) getaktete Prozessor von einem SIS741 + 963L-Chipsatz, welches auf einem ASRock Motherboard (K7S41) platz findet. ASRock ist hierbei nur ein Deckname für die OEM-Marke (Original-Equipment-Manufacturer) von ASUS. ASUS ist schon seit Ende der 90er Jahre dafür bekannt, gute Tweaking-Motherboards zu bauen, mal sehen was sich hinter dem K7S41 verbirgt. ASUS hatte zwar in letzter Zeit mit vielen Vorwürfen, was die Qualität einzelner Bauteile anbelangt, zu kämpfen - jedoch kann man sagen, dass ASUS im allgemeinen sehr gute Motherboards fertigt und somit die OEM-Marke ASRock auf jeden Fall Fabrikaten wie ECS / Elitegroup usw. vorzuziehen. Gepaart wird das ganze von einem Infineon Single-Sided RAM-Baustein, mit einer Kapazität von 256 MIB. Da PC266 RAM nicht mehr üblich ist bzw. nur noch als Restbestand erhältlich ist, griff man zu einem höherwertigen Riegel mit PC333-Chips. Hierdurch ist ein CPU-Upgrade ohne zwingenden RAM-Tausch auf eine CPU mit einem FSB von 166,66 MHz ohne Probleme möglich. Das Motherboard selbst bietet einen maximalen FSB von 200 MHz an, sprich DDR400-RAMs und entsprechende CPUs können verbaut werden. Im Allgemeinen bietet das Motherboard alles was das Office-Computing-Herz begehrt: Onboard VGA-Controller SIS Real 256E 3D, flinker ATA133 IDE-Controller, 10/100 MBits Ethernet-Controller, 4 * USB 2.0 und AC97-Sound. So verwundert es einen auch nicht weiter, dass keine AGP- oder PCI-Karte im goowi-System steckt. Wobei zur Not eine "kleine" Grafikkarte über den AGP-8x-Bus an das Motherboard angebunden werden kann. Das Motherboard bietet aber als All-in-One-Lösung hohe Flexibilität für spätere Upgrades bei dennoch geringem Erst-Kostenaufwand. Eine gute Wahl wie wir finden!
Bild: Das ASRock K7S41 - Eine gute Wahl für ein kleines SOHO-System.
Die Wahl der Komponenten wurde bei goowi durchgängig durchgedacht, so bleibt es nicht beim Marken-Speicher und Motherboard sondern auch bei ordentlichen Laufwerken. Zwar glänzt das Maxtor Laufwerk nicht mit einer Kapazität, die jeden vermeidlichen Raubkopierer oder Hobby-Archivar frohlocken lässt, jedoch ist das Laufwerk dafür sehr flott und dennoch angenehm leise. Mit 40 GIB ist es beileibe groß genug um für ein SOHO-System als "ausreichender" Festspeicher zu gelten. Schließlich soll das System mehr als Client und nicht als Master-Workstation einen Dienst verrichten. Die Maxtor 6E040L0 ist daher eine gute Wahl und bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Laufwerkskreis wird durch das tadellose 16-Fach MSI DVD-Laufwerk und das obligatorische Mitsumi FDD abgerundet. Zu bemängeln gibt es hier nichts. Schauen wir uns doch das Innenleben direkt an, vielleicht lässt sich der Haken hier finden!
Außer sauber verlegten Kabeln und ordentlich verschraubten Laufwerken findet sich in dem System wenig besonders erwähnenswertes. Einzig die PSU (Power-Supply-Unit) scheint uns mit 350 Watt Nennleistung etwas überdimensioniert, angesichts des leisen Lüfters und der nicht besonders warm werdenden Bauteile, geht dies in Ordnung. Besser etwas "zu viel" statt "zu wenig" hat man sich hier wohl gesagt. Schweift der aufmerksame Blick durch das Gehäuse, so lässt er uns des Weiteren ein kleines Highlight entdecken. Die Kühler-Einheit: "Arctic-Cooling Cooper Silent TC". Bestehend aus einem Hybrid-Kühlkörper (Aluminium & Kupfer) und einem 80 * 80 * 25 mm Lüfter. Dieses Ding zauberte uns ein kleines Lächeln ins Gesicht. Da legt ein Komplettsystem-Hersteller doch tatsächlich Wert darauf und verbaut einen höherwertigen Kühler statt des obligatorischen AMD-Retail-Brüll-Gerätes in grün - Sehr schön! Damit beim Transport die Kühl-Einheit nicht vom Sockel bricht, wird diese zusätzlich mit zwei Kabelbindern durch die Mounting-Holes fixiert. Man könnte fast schon meinen, dass hier Paranoia am Start sei, wenn man jedoch einige von der Post und anderen Derivaten hier bei uns in der Redaktion "angeschleppte" Pakete anschaut, so würde man sich wünschen, dass jeder Hersteller so weit voraus denkt und "Weichteile" schützt. Wer ab der Anlieferung seinen Computer selbst transportiert und zwar so, dass dieser nicht durch die Gegend geworfen wird wie bei der Post, so können die Kabelbinder ohne weiteres gelöst werden. Dies hat zur Folge, dass der Lüfter die Luft in einem sauberen, ungeteilten Luftstrom ansaugen kann und dadurch die Drehzahl konstant bleibt und die Fördermenge letztendlich etwas höher ausfällt als mit dem "Security-Post-Patch".
Um nachzuprüfen, wie der Hersteller die Sache mit dem Wärmeleitmedium handhabt, haben wir den Kühler vom Sockel genommen. Zum Vorschein kam der versprochene AMD Athlon XP 2000+ und sauber verteilte Silikon-Wärmeleitpaste. Löblich in sofern, weil es doch tatsächlich Anbieter bei eBay gibt, die von Haus aus übertaktete Systeme verkaufen und diese dennoch so als "Original" lobpreisen - entsprechend enttäuschte Kunden sind uns bekannt. Zum Thema Übertakten, damit wir uns niemand den Vorwurf machen kann, wir hätten es nicht angesprochen. Es widerspricht zwar dem Konzept eines leisen Office-Computers gänzlich diesen zu Übertakten, um jedoch der stupiden Frage zuvor zu kommen: Selbstverständlich - möglich wäre es! Man könnte sogar behaupten, dass wenn man es nicht tun würde, man ziemlich dämmlich sei. Schliesslich lässt sich durch leichtes Overclocking so ggf. sogar Geld sparen, da eine wesentlich günstigere CPU eingekauft werden kann. Der von goowi gelieferte AMD Athlon XP 2000+ mit dem Thoroughbred-Kern, scheint dafür wie geschaffen zu sein. Nach dem wir den Prozessor von dem Kühlkörper befreit haben, blinzelte uns ein Stepping entgegen, dass gerade danach schreit übertaktet zu werden. Nein, wir machen keine Witze.
Nach einer kurzen Besichtigung einiger Overclocking-Datenbanken (Die Kollegen aus Übersee, sollen sich an dieser Stelle besonders gegrüßt fühlen, schien es so, dass dieses Stepping besonders taktfreudig zu sein schien - ob goowi generell dieses Stepping auf Lager hat bzw. immer verbaut, ist uns nicht bekannt. Was blieb uns da anderes übrig, als dies auch schlicht und einfach zu überprüfen. ;-) Als Hilfsmittel kam uns eine Leistungsstarke Wasserkühlung von ZERN & H2O-Computer zur Hilfe, um den DIE vor Beschädigungen zu schützen, setzten wir einen Universal-K7-Spacer von Tweakmonster.com ein. Gut, um es kurz und schmerzlos zu machen. Ganze 2400 MHz bei einer Spannung von nur 1,85 Volt-on-Core waren das Ergebnis, genug wie wir finden - mit mehr Spannung wäre sicherlich noch etwas drin gewesen, jedoch wollten wir die CPU nur antesten. Wo in etwa die Grenzen der 130 nm K7 sind, wissen wir ja. Im Allgemeinen ist das goowi-Komplettsystem ganz gut in Schuss und bedarf keiner Übertaktung - sehen wir also das Ganze als kleines Experiment am Rande, aber auch nur wegen des "besonderen" Steppings. Die einzelnen Komponenten, wie z.B.: Die CPU - sind wie zum OCing geschaffen worden, als Einheit jedoch versagt das System, wenn es um das ausloten der Grenzen geht. Nicht zu letzt wegen des Motherboards, dass nur für das reine Funktionieren unter Hersteller-Spezifikationen ausgelegt ist. Dies soll jedoch nicht unser Thema sein, niemand erwirbt ein günstiges Komplettsystem für den SOHO-Markt um damit Übertaktungs-Rekorden hinterher zu jagen. Es soll nur als prophylaktischer Hinweis zu werten sein, nicht das uns später enttäuschte Leute schreiben, sie kommen nicht ganz and die 2,4 GHz ;-) Mit Benchmarks möchten wir Euch verschonen, diese wären ohnehin nicht besonders aussagekräftig. Die CPU leistet gute Arbeit, der Chipsatz ist von der Leistung etwas über dem VIA KT333-Niveau angesiedelt und auch der Rest macht einen guten Eindruck. Die bereits erwähnten flotten Laufwerke komplettieren das Bild und lassen das System in einem guten Licht stehen, uns hat es Spaß gemacht. Das System hinterlässt bei uns einen guten Eindruck und zwar auf ganzer Linie, weshalb dem aussprechen einer Kaufempfehlung unsererseits nichts im Wege steht. Einzig der Arbeitsspeicher mit einer Kapazität von 256 MIB dürfte Microsoft Windows XP-Usern ein wenig "kümmerlich" erscheinen, wer das System jedoch unter GNU/Linux einsetzen möchte, der wird es sofern man tatsächlich bei Office-Anwendungen bleibt, mehr als völlig ausreichen. Ein kleiner Hinweis noch zur sonstigen Ausstattung - ein Betriebssystem ist nicht dabei, wie auch? Die Lizenz eines aktuellen Microsoft-Betriebssystems ist im dreistelligen Bereich angesiedelt, irgendwie müssen die Jungs aus Redmond auch and Ihre Milliarden kommen. Vielleicht lässt sich die goowi-Führung in Zukunft dazu überreden, jedem Komplettsystem für den "Start" eine GNU/Linux-Kopie beizulegen - schön wäre es zumindest. Könnte man dadurch auf 100 verkaufte Komplettsysteme wenigstens einen "Echten" neuen GNU/Linux-User gewinnen, so hätte man bereits die Welt ein Stückchenweit besser gemacht. Dies soll jedoch nicht heißen, dass keinerlei CD-ROMs dem Paket beiliegen, neben dem Motherboard-Handbuch findet sich auch die dazu passende CD-ROM mit Treibern und sonstigem mehr oder weniger nützlichen Schnick-Schnack. Wer sich die Mühe macht in jede Schachtel auch mal reinzuschauen, der findet Cyberlinks PowerDVD 5 und man glaubt es nicht, es ist nicht die übliche Stereo-Version, die mittlerweile jeder mindestens drei mal haben sollte, wenn er sich in den letzten Jahren mit Hard- oder Software eingedeckt hat - sondern die 5.1-Version. Sehr fein! Damit sich wohl niemand beschwert, legt goowi grundlegende Eingabegeräte wie Tastatur & Maus bei. Die Tastatur geht in Ordnung, jedoch ist die sehr billig wirkende Kugel-Maus nicht wirklich mehr Zeitgemäß und sollte in Zukunft gegen ein optisches Modell getauscht werden. Einstiegs-Geräte gibt es hier bereits für weniger als 5,- Euro. Knapp kalkuliert ist aber eben knapp kalkuliert.
Quintessenz
Schnell, gut & dennoch günstig? Ja es ist möglich! Für knapp 300,- Euro gibt es tatsächlich x86-Computer die etwas taugen. Zwar nicht auf dem neusten Stand der Technik, jedoch für bestimmte Zwecke mehr als ausreichend. Der SOHO-Markt blüht auf, nicht erst seit dem Mini-ITX-Hype, sondern eigentlich schon immer. Jede neue CPU-, RAM- oder Chipsatz-Generation drängt die vorhergehende aus den Regalen und lässt diese zu Sonderangeboten werden. Wenn nun ein intelligenter Komplettsystem-Hersteller wie goowi bewusst "veraltete" High-End-Komponenten verschiedenster Marken-Hersteller zusammensucht und perfekt auf einander abstimmt, so bleibt die Frage im Raum stehen, weshalb man zu einer 3 GHz-Kiste greifen soll, wenn es ein System für den drittel des Preises immer noch tut aber dennoch doppelt so schnell ist wie vielleicht die alte Kiste, die gerade dafür sorgt, dass dieser Text auf dem Bildschirm erscheint. "Volkscomputer mit 3 GHz für 999,- Euro"? Wer diesen Schwachsinn zu Verantworten hat, der gehört in erster Linie gefoltert & gesteinigt. Lasst Euch nichts vortäuschen und vergleicht genau einzelne Ausstattungsmerkmale, statt nur auf putative Leistungswerte und den Preis zu schielen.
P.S.: In Zeiten stagnierender Konjunktur, Hartz IV und schlechter Allgemein-Stimmung, wäre es darüber hinaus vielleicht auch mal angebracht bei einem deutschen Systemhaus einzukaufen. Klar, letztendlich kommen fast alle Komponenten aus dem Asiatischen-Raum, wer jedoch einen Komplettsystem bei Dell, HP und Konsorten ordert und sich freut weil er 99,- Euro gegenüber dem ollen Geschäft um die Ecke spart, der sollte vielleicht auch mal darüber nachdenken, wo genau sein Geld hinwandert. In dem Sinne, alles Gute und viel Spaß beim Zusammenstellen Eures Office-Computers oder der Wahl eines Komplettsystems - vielleicht das optimale Weihnachtsgeschenk? Denn, seien wir ehrlich, wer lässt schon gerne außer sich selbst, jemand anders an seinen guten "Volkscomputer"?
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